Vorbild Schweiz?
Nachdem die Leserschaft mit den von der österreichischen Regierung verhängten Maßnahmen ja bestens vertraut sein dürfte, lohnt sich ein Blick über den Rhein: In der Schweiz kommt man seit Beginn der Pandemie ohne FFP2-Maske, ohne rigorose Ausgangsbeschränkungen, ohne ein gesetzlich verordnetes 3G am Arbeitsplatz und ohne 2G im Gastro- und Freizeitbereich aus. Und als im vergangenen Winter die österreichische Hotellerie zwangsgeschlossen wurde und staatlich subventioniert werden musste, waren die Schweizer Hotels geöffnet und gut ausgelastet. Die Einreise in die Schweiz aus den grenznahen Regionen war zumeist uneingeschränkt möglich. Die Genesenen-Zertifikate in der Eidgenossenschaft werden nun von 6 auf 12 Monate verlängert und ab sofort gilt auch ein Antikörpertest für 90 Tage als 3G-Nachweis. Die Impfquoten beider Länder sind in etwa gleich hoch. Steht die Schweiz nun schlechter da? Mitnichten! Die Bevölkerung scheint zumindest etwas weniger leidgeplagt, wird jedoch garantiert weniger stark bevormundet und in ihrer Freiheit eingeschränkt. Vielleicht liegt es aber auch an der österreichischen Mentalität, dass man sich gerne vorschreiben lässt, was man zu tun und zu unterlassen hat. Besser fremd- als selbstbestimmt? Mehr Selbst- und Mitverantwortung würde mancherorts wohl nicht schaden. Auch die Politik scheint derzeit völlig überfordert: Lieber die Bevölkerung spalten als vereinen? Daumenschrauben erscheinen zur Lösung des Problems jedenfalls gänzlich ungeeignet.
Rene Vallaster, Sax (CH)