Die legalisierte Form der Diskriminierung?!
Anstand, Fairness und höhere Toleranz gegenüber Andersdenkenden sind ausgezeichnete Indikatoren, um im „Schlachtfeld“ Politik überleben zu können. Wer „heute“ mit Verbalinjurien Gefahr läuft, in die Psyche des Investigatismus abzugleiten, sollte die moralische Latte bei sich selbst hoch genug anlegen, denn in den Augen der Bürger stellen Normen, Prinzipien und Werte die Legimitätsgrundlage des politischen Systems dar. Die über Jahrzehnte gewachsene Art des Zusammenlebens mit patriarchalen, homophoben, religiösen oder wie auch immer gearteten und begründeten Konventionen, Gebräuchen und Traditionen, die Privilegierung einzelner Gruppen scheinen zu einem unliebsamen Relikt verkommen zu sein, was blieb, ist die geschönte Einigkeit als dauerhaft potenzielles Wahlzuckerl der Parteienlandschaft für den nächsten Urnengang!
Die Verrohung in Gesellschaftskreisen hat längst auch die Politik erreicht, täglich wird man mit Auswüchsen konfrontiert, bei denen man sich schon schäbig vorkommen muss, derartige Inhalte überhaupt zu lesen. Die Buchstabenanarchie der Klatschpresse mutiert zum Steigbügelhalter bildungsferner Schichten, die in der Politik – und dort in der Opposition – ihr Sprachrohr gefunden haben. Die Gesellschaft darf erwarten, dass bei Politikern Verantwortlichkeit und Integrität bei Fehlverhalten zum Repertoire ihrer Kompetenz gehören sollte. Parlamentarier sind politisches Führungspersonal und unterliegen vielfältiger Obligationen, aber was wir von einigen erleben, ist eine Beleidigung des Souveräns – Ehrdelikte als Straftatbestand!
Sabine Windberger, Bregenz