Die EU und der
Klimaschutz
Zum Bericht EU-Gipfel wird sich mit Atomkraft beschäftigen“, VN 21.10.21:
Deutschland, das sich regelmäßig als Vorreiter im Klimaschutz präsentiert und in der Vermarktung seiner Maßnahmen ein neues Geschäftsmodell sieht, glänzt aber nur mit Panik- und Pseudoaktionen. Wie der radikale Atomstromausstieg – der Atomstrom ist eine der effizientesten und umweltschonendsten Energiegewinnungen – der rasante Umstieg auf die fragwürdige E-Mobilität – ein Kilogramm Lithiumgewinnung für die Batterien verbraucht fünfzehntausend Liter Wasser – und es zu einer Abhängigkeit von den wenigen lithiumproduzierenden Ländern kommen wird, die Batterieentsorgung ungelöst ist, das Ladestationennetz samt Strom nicht ausreichend vorhanden ist, die Verbrennungsmotoren in den deutschen Autofabriken in China aber weiter produziert werden, das Mercosur-Freihandelsabkommen zum Verkauf ihrer noch zu teuren Autos in Südamerika forciert wird, das kostengünstigeren Import von Soja und Rindfleisch ermöglichen soll. Die Erfüllung dieses Abkommens benötigt eine zusätzliche Abholzung des Regenwaldes in der Größe von Deutschland. Das Einfrieren von 1,5 Grad Temperaturanstieg laut der Pariser Klima-schutzvereinbarung ist nur ein Wunschdenken. Es geht längst um die befürchteten 3 Grad, die unseren Planeten wesentlich verändern würden. Wenn China, Indien, USA und Südamerika den Klimaschutz nicht nachhaltig betreiben, würde es auch nichts bringen, wenn die EU ganz Mitteleuropa in ein Biotop verwandelt. Man kann die Umwelt nicht verändern, wenn man sie nur weniger zerstört.
Alfred Fuchs, Dornbirn