Montafon
Diesen Herbst wurde zwischen Land und Stand Montafon eine sogenannte Zielvereinbarung abgeschlossen. In dieser Vereinbarung sind die Richtlinien und strategischen Schwerpunkte der jährlichen Landesförderung fürs Montafon bis 2024 festgelegt, so z.B. ein Förderprojekt für den Erhalt des Muntafunerisch. Auf diesem 5-seitigen Papier wird neben vielen Förderbeispielen nicht ein einziges Mal die Landwirtschaft erwähnt – ein größeres Armutszeugnis über das Bewusstsein zur Talschaft gibt es wohl nicht. Offensichtlich hat die Landwirtschaft außer beim Alpabtrieb weder beim Land noch beim Stand Montafon einen erwähnenswerten Stellenwert. Das Montafon ist die einzige Talschaft im ganzen Alpenraum, in der es gleich zwei eigene Nutztierrassen gibt: das Montafoner Braunvieh und das Montafoner Steinschaf. Ein Kulturgut, um das uns andere beneiden. Für die Montafoner Bürgermeister ist die Landwirtschaft einzig ein Grünflächenlieferant für den Bau der vielen fragwürdigen Hotelkomplexe und Zweitwohnsitze. Den Bauern bleibt noch ein Fleckerlteppich an Grünflächen zur Bewirtschaftung. ÖVP und Landwirtschaft, passt das überhaupt noch zusammen? Nicht nur die Ill fließt aus dem Montafon, sondern auch auf Nimmerwiedersehen viel, viel Geld an die diversen Investoren.
Hubert Thomma, Vandans