Das Montafon wird zur Destination
… und die Investoren reiben sich die Hände. „Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es jetzt schon ist“ sagte einst Karl Valentin. Aber es wird für die einheimische Bevölkerung von St. Gallenkirch wohl noch schlimmer kommen. Innerhalb kurzer Zeit sollen rund 1100 neue Gästebetten entstehen, allesamt Investorenprojekte. In unsere kleinstrukturierte Landschaft werden riesige Hotelklötze gebaut, siehe Valiserabahnareal! Derzeit werden rund 40.000 m3 Erde abgetragen für ein Mega-Hotel mit über 400 Betten – dieser Gebäudekomplex wird der Schandfleck am Ortseingang! Eine weitere Zerstörung von ca. 6000 m2 Grünfläche mitten im Ort mit Hauptgebäude und sieben Ferienhäuser ist bereits genehmigt. Es geht bei diesen Projekten um maximalen Profit für die Investoren ohne Rücksicht auf Verluste, und es wird maximale Landschafts- und Umweltzerstörung betrieben. Unsere bäuerliche Kulturlandschaft die von Menschen über Generationen gepflegt und erhalten wurde, wird unwiederbringlich zerstört und dem Massentourismus geopfert. Der Turbokapitalismus hält Einzug in unser Dorf und die Politik öffnet den Investoren Tür und Tor. Man kann diese Entwicklung als Totalversagen unserer Kommunalpolitik bezeichnen und die Landesregierung mit den Bezirksbehörden werden ebenso zu Helfern von Multinationalen Konzernen. Wir Bewohner werden verraten von unseren Politikern, wir bleiben auf der Strecke und fühlen uns bald fremd in der eigenen Heimat.
Marlene Schrimpf, St. Gallenkirch