Auf dem Weg nach Absurdistan?

Leserbriefe / 27.08.2021 • 17:20 Uhr

Leider. Bitter. Eine ehemalig staatstragende Partei. Türkis ist die ÖVP auf dem Weg nach Absurdistan. Jenseits der Rationalität. Jenseits jeder Realität. Bleiben wir im Land. Fragen an alle: Wer braucht in 20 Jahren noch diese S18-CP? Wenn selbst ASFINAG-Vertreter und hochrangige Verfassungsexperten ein Befahrbarkeit frühestens nach 2041 eventuell für möglich halten, mit völlig ungewissem Ausgang? 2030 sollten wir bereits wichtige Klimaziele erreicht haben? Hochrisikoprojekt, mit gigantischem Flächenverbrauch, gigantischer Versiegelung, restloser Einschnürung Lustenaus, Zerstörung von Lebensräumen, extrem schlechten Wirtschaftlichkeitsdaten. Dann werden dazu Straßenbau-Alternativen vorgeschlagen, die noch nie geprüft worden sind – und die ÖVP will diese Überprüfung verhindern? Synergien nicht untersuchen, die dem Land hunderte Millionen einsparen könnten? Und auf Bundesebene, entgegen allen geltenden völkerrechtlichen Bestimmungen, Abschiebungen nach Afghanistan suggerieren? Und dann Abschiebungen von Österreich nach China, Iran, Pakistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan in den Raum stellen? Völlig absurd, bar jeder Realität! Ein Außen-, ein Innenminister machen sich international lächerlich. Schielen alle nur noch kurzsichtig nach der „Krone“, nach dem Boulevard, deren größte Abteilung direkt im Kanzleramt sitzt? Das Elend der engagiertesten Menschen in Afghanistan erreicht diese türkise ÖVP nicht, sie entfernt sich zunehmend aus einer überzeugt rechtsstaatlichen, menschenrechtsorientierten EU-Politik. Die ÖVP ist eine rechts-suggestive Partei geworden. Auf dem Weg nach Absurdistan.

Andreas Postner, Rankweil