Willkommen in der „Klasse“ Medizin!

Österreich hat eine Gesundheitsreform beschlossen, bei der Umsetzung wie etwa der Verlagerung aus dem Spital in den niedergelassenen Bereich hapere es aber leider. Im Zentrum muss endlich mehr der Patient stehen statt die involvierten Institutionen. Es brauche „wohnortnahe Versorgungsangebote mit längeren Öffnungszeiten“, wobei hier Ärzte untereinander und auch mit anderen Gesundheitsberufen gesamtheitlich kooperieren sollen. Primärversorgungskonzept (Das Team rund um den Hausarzt) Erstanlaufstelle, Koordinierung, Prävention etc. Kernteam (freiberufliche Ärzte für Allgemeinmedizin + Krankenpflege gehobener Dienst, bei Bedarf auch Fachärzte für Kinder und Jugendheilkunde) bei Bedarf können auch andere nichtärztliche Gesundheitsberufe), strukturiert und verbindlich, einbezogen werden. Davon würden sowohl die Patienten als auch die Ärzte profitieren. Nur die Verantwortlichen scheinen das zu verschlafen. Wer allerdings schon häufiger und länger Erfahrungen mit Ärzten bzw. Spitälern hatte, wird bemerken: Schön langsam wird es mit der optimalen Gesundheitsversorgung eng. Lange Wartezeiten bei Ärzten und Spitälern, immer mehr Privatärzte (Ärzte, die nicht alle Kassen akzeptieren), immer teurer (wenn auch teilweise besser) werdende Operations- und Behandlungsmethoden, teurere Medikamente, höhere Selbstbehalte, weniger Personal, weniger Spitäler, gestresstes Personal, weniger Zeit für die Patienten etc. Kurz zusammengefasst: Wir sind auch im Gesundheitsbereich auf dem Weg in die Zwei-Klassen-Gesellschaft. Auch wenn dieser Weg ohnehin schon immer beschritten war – er wird deutlicher.
Peter Vaschauner, Feldkirch