„Keine Überraschung in Afghanistan“
Zum VN-Bericht „Taliban setzten Offensive fort“, VN vom 10. August:
Wer die Geschichte Afghanistans kennt, ist von der politischen und militärischen Entwicklung der letzten Monate nicht überrascht. Seit Jahrzehnten geben sich Herrscher, Warlords, Al-Kaida und Taliban das Schwert weiter, welches westliche Nationen ausgegraben haben. Auch Pakistan ließ sich gegen Militärhilfe der USA vor den Karren spannen. Ja, man hätte selbst von Rußlands militärischer Erfahrung in Afghanistan lernen können. Dass es aber immer noch Politiker in der EU gibt, wie U. von der Leyen, A. Merkel oder J. Stoltenberg und andere Militärexperten, die weiter an einen Sieg der Demokratie in diesem Land glauben, ist nicht zu fassen. Alle Friedensbemühungen sind zum Scheitern verurteilt, Terror und Korruption, Angst und Flucht beherrschen das Land. Seit 30 Jahren verfolge ich die Entwicklung in diesem Teil der Welt. Während der Kuba-Krise saß ich im NATO-Hautquartier in Fontainebleau. Selbst damals war niemand so blauäugig anzunehmen, dass ein Spiel mit dem Feuer gut ausgehen würde. Keine militärische Überlegenheit verhilft in Afghanistan zum Sieg und es ist Irrglaube, dass unsere westliche Demokratie am Hindukusch verteidigt werden muss.
DI Richard Schmidt,
Frastanz