Dr. Booker Taliaferro Washington
(1881–1915)
Dr. Washington wurde 1881 als Sohn eines Weißen und einer Afroamerikanerin, einer Sklavin in einer Kleinbauernfamilie, geboren. Die ersten neun Lebensjahre war er ebenfalls Sklave. Nach Ende des amerikanischen Bürgerkrieges arbeitete er als Minderjähriger in einem Salzbergwerk. Trotz einer entbehrungsreichen Jugend gelang es ihm zu studieren. 1880 gründete er in Alabama eine Schule, um Afroamerikanern den Zugang zu einer akademischen Bildung zu ermöglichen. In seiner „Geschichte der Schwarzen“ schrieb er: „Jedem Schwarzen, der bereitwillig die Weißen beschimpfte und verfluchte, sagte man schnell ungewöhnlichen Mut nach. Auch wenn er vielleicht nur eine halbe Stunde jährlich auf die Verteidigung seiner Ethnie verwendete, stand er in dem Ruf, ein ausgesprochen tapferer Mann zu sein. Ein anderer aber, der jahrelang in einer Schule für Schwarze arbeitete und sich selbst viele Annehmlichkeiten des Lebens versagte, um den Menschen in seiner Bevölkerungsgruppe zu dienen, wurde von solchen „Helden“ wahrscheinlich als Feigling beschimpft, weil er sich entschieden hatte, seine Arbeit ohne gehässige und drohende Worte zu tun.“ Das Vokabular mag nicht der „Political Correctness“ entsprechen, ist aber dem damaligen Zeitgeist entsprechend. Habend die Worte von Dr. Washington etwas von ihrer Aktualität verloren?
Dr. Wolfgang Hämmerle,
Lustenau