Lehrberuf –
Traumberuf?
Wie man den Medien entnimmt, herrscht derzeit akuter Mangel an Lehrpersonen. Zu geringe Wertschätzung und der zunehmende Stress bei der Berufsausübung könnten Gründe sein, die den Lehrberuf immer unattraktiver machen. Es gilt schon als selbstverständlich, dass unsere Kinder und Jugendlichen täglich in den Schulen von Lehrerinnen und Lehrern verantwortungsvoll betreut, unterrichtet und auch erzogen werden und dabei teilweise auch noch Erziehungsdefizite des Elternhauses ausgleichen müssen. So wird im Allgemeinen die Berufsausübung des Bildungspersonals gesehen und erwartet. Der in letzter Zeit von sogenannten Experten wiederholt erhobene Vorwurf der „falschen Berufswahl“ im Zusammenhang mit der Impfverweigerung (z.B. im VN-Artikel vom 26.7.21) gegen das Lehr- und Pflegepersonal ist berufsschädigend und zynisch, weil er für manche auch existenzbedrohend werden kann. Man darf Menschen, die sich Gedanken um ihre körperliche Unversehrtheit machen nicht mit Berufsverbot belegen, weil sie sich auf ihre Eigenverantwortung berufen. Das kommt einer Entmündigung gleich und zeigt die Geringschätzung, die diesen systemrelevanten Berufsgruppen von „Experten“ entgegengebracht wird. Unter solchen Voraussetzungen darf man nicht erwarten, dass sich geeignete Personen in Scharen für diese Berufe begeistern werden.
Franz Kogler, Bregenz