Verzweifeltes Warten
Mit großer Bestürzung habe ich diesen Bericht „Verzweifeltes Warten auf Familienbeihilfe“, VN 24./25.Juli 2021, gelesen. Ein Mal gelesen, zwei Mal gelesen, ungläubiges Kopfschütteln meinerseits. Familienbeihilfe, Auszahlung durch das Finanzamt hat oberste Priorität, das lässt ja bereits das Wort erkennen. Wer entscheidet eigentlich was oberste Priorität hat? Eine Betriebsprüfung? Ein grenzüberschreitendes Vergehen, „schmuggla“ d. h. keine Einfuhrumsatzsteuer (Drittländer) entrichtet oder gar vielleicht Schwarzarbeit (darf man das noch sagen) oder muss ich sagen: Nachbarschaftshilfe in unangemessenem langen Zeitraum? Ganz viele Familien können ohne diese pünktlich ausbezahlte, wohlbemerkt: gesetzliche Leistung, das Leben nicht stemmen, und da wird Personalmangel vorgeschoben, von ewige Bearbeitungszeit und der Oberhammer: Kontaktverweigerung zu dieser eben genannten Behörde.
Ich bin zwar schon ein älteres Baujahr, kann mir jedoch nicht vorstellen, dass im super Zeitalter der Digitalisierung nicht eine bessere und schnellere (Datenabgleich) Lösung gefunden werden kann oder will? Das Mindeste wäre, dass bei der verspäteten Auszahlung der FB seitens der Behörde ebenfalls ein Verspätungszuschlag (Säumniszuschlag) geleistet wird. Wir Bürger müssen nämlich unsere Steuern immer pünktlich und in der geforderten Höhe bezahlen, ungeachtet unserer wirtschaftlichen Lage. Wenn nicht, owehhhhhh was dann? Dann müssen wir sofort und ohne lange Bearbeitungszeit einen Säumniszuschlag bezahlen. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Maria-Luise Thöny, Hohenems