2:1 – eine Nacht mit zwei Siegern
Diese 120 Minuten lange Nacht aus der Fußballkathedrale in Wembley war eine spannende Zeremonie. Da verblieb den ORF-Gebührenzahlern keine Zeit für den abgelutschten Gang zum Kühlschrank oder zum eingeübten Chipssackerl. Diese zwei souveränen Tormänner! Wie Balletttänzer mit Adleraugen und mit superreflexiven Flügelschlägen. All die Köpfler-Stafetten vor den Toren. Souveräne rotweißrote Stürmer mit Pechsträhne und einem Schiedsrichter mit digitalen Entscheidungstools. Eine hochkonzentrierte Abwehr, wie eine geschmiedete Kette. Und dann drei königliche Tore in der dramatischen Verlängerungszeit. Das italienische Führungstor weckte Erinnerungen an die Ballkünstelei eines Diego Maradonas. Das eine österreichische Kopfballtor, aus Grashalmhöhe labyrinthartig hineinbalanciert! Ein gegnerischer Trainer, der sein Reservepool aushöhlen musste, um ganz Italien aus der Erstarrung zu befreien. Intelligente Interviews zum Spielende: Es waren zwei oder drei sekundenhafte Kleinigkeiten, die das Spiel entschieden haben. Letztlich ein historisches Spiel mit zwei aufrechten Siegern. Auch ein Friedenssymbol!
Fritz Baumgartner, St. Georgen/Gusen