Heidi und der Wolf
In halb Europa versuchen derzeit Mitglieder der Landwirtschaftsvertretungen den Schutzstatus des Wolfes zu unterminieren und prophe-
zeien die Apokalypse der „Kulturlandschaft(en)“. In Vorarl-berg stört bereits ein potenziell durchziehender Wolf die Harmonie der idyllischen Alpkulisse, die inzwischen – hübsch aufbereitet – mit vermarktet wird. Dass ein Großteil der Milchkühe viel zu groß gebaut und ihre Gesamtkonstitution dem Einsatz im Gebirge in Kombination mit einer teils pathogen hochgezüchteten Milchleistung mittelfristig nicht standhalten, zeigt sich wohl auch darin, dass die meisten Milchkühe kaum mehr fünf Jahre alt werden. Ihre Kälber? Die hat der Wolf nach Usbekistan oder in den Libanon gekarrt. Das vom Kammerkönig formulierte Diktum „Kommt der Wolf, geht der Bauer“, lässt sich in diesem Kontext anders wenden: „Gebietet der Präsident, schweigt die Presse“. Außer andauernden Forderungen und vehementem Poltern nach Eliminierung von allem, was nicht sein darf, gibt es hier weder erkennbare Lösungs- noch Denkansätze. Seit 20 Jahren! Funktionierende (Herden-)Schutzmaßnahmen, wie sie andernorts schon seit Jahren umgesetzt werden, sind unter Zuhilfenahme von entsprechender Beratung, aber auch Arbeitsleistung, zu bewerkstelligen. Darüber hinaus sind sie sowohl vom Gesetzgeber definiert, als auch subventioniert. Die Interessensvertretung der Landwirtschaft scheint aber in dieser Hinsicht (wie üblich) weiterhin die Strategie des Blockierens zu favorisieren.
Ulrike Schmid, MA, Götzis