Wie der Pöbel reisen?

Leserbriefe / 20.06.2021 • 18:29 Uhr

Das wollte Thomas Schmid ja nicht. Aber was ist das, der „Pöbel“? Sicher nicht die einfachen Leute, die billig reisen, und zwar oft manierlicher als „gehobenere“ Schichten. Sie sind ja keine Ballermänner und -frauen oder Hooligans. Das Wort „Pöbel“ kommt aber auch nicht von der altrömischen Plebs (Leserbrief vom 15. 6. ), der nicht adeligen Bevölkerungsschicht, die mit der Zeit alle Bürgerrechte bekam, sondern vom lateinischen „populus“, das Volk, englisch „people“. Über das französische „peuple“ kam es ab Luther als Lehnwort ins Deutsche, wurde jedoch zuerst noch nicht abschätzig gebraucht. Es bezeichnete einen Menschen aus dem einfachen Volk, erst später dann einen ungehobelten Typ. Auch der „Plebejer“ erhielt diese Bedeutung. Wer möchte schon mit ungesitteten, vulgären, rücksichtslosen Menschen reisen? Man sollte aber auf jeden Fall das Wort „Pöbel“ nur dort verwenden, wo es wirklich passt.

Mag. Dr. Hildegard Pfanner, Bregenz