Integration – Land­karte für islamische Religion

Leserbriefe / 09.06.2021 • 18:29 Uhr

Integration jeder Art hat mit Beziehung zu tun. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Havard Universität in der USA, (2018) eine der besten Universitäten der Welt, hat 75 Jahre untersucht, was den Menschen glücklich, zufrieden und gesund macht. Das Ergebnis nach 75 Jahren Untersuchung ist sehr verblüffend. Nicht Arbeit, Besitz, Sport, Reisen, gute Ernährung, Sexualität, Religion, Fernsehen, iPhone, Facebook, Twitter oder Titel, sondern einfach gute und heilsame Beziehung. Nach ihren Forschungsergebnissen heißt es: Gute und heilsame Beziehungen machen und geben dem Mensch Lebensqualität. Sie fanden auch, dass so viele Menschen in einer Beziehung leben, aber einsam sind. Sie arbeiten und funktionieren, sind von Menschen umgeben, und trotzdem einsam. Um Menschen zu integrieren, die anders denken, andere religiöse Ansichten haben, von verschiedenen Herkunftsländern kommen, ist es notwendig, mit diesen Menschen in Beziehung zu treten. Zwei Bedingungen sind nach dieser Havard-Untersuchung sehr wichtig. „Heilsame Gespräche und Achtsamkeit“. Ausschlüsse oder Diskriminierung von Menschen führen einfach zum Widerstand und helfen überhaupt nicht, eine heilsame Beziehung zu führen. Es ist Zeit, Integration und Beziehung ernst zu nehmen, damit wir dieser Welt ein bisschen Frieden geben können. Mit dem Spruch „Ein Mensch, der zu anderen gut ist, tut das Beste für sich selbst“ wünsche ich mir mehr Achtsamkeit in Integrationsfragen.

Mag. Dr. John Okoro, Bischof em. der Altkatholischen Kirche Österreichs, Schwarzach