FC Dornbirn – Soll und Haben

Leserbriefe / 26.05.2021 • 17:48 Uhr

Eine spezielle Fußballsaison ist zu Ende gegangen. Der FC Dornbirn hat die Pandemie sportlich und finanziell gesund überstanden. Die Lizenz zum „Weiterspielen“ ohne Auflagen im ersten Anlauf erhalten. Ein Verdienst der Vereinsführung, was besonders hervorzuheben ist. Der Transfermarkt wird den einen oder anderen Spieler zu einem vermeintlich lukrativeren Verein spülen, das übliche Fußballgeschäft. Es wird ein glückliches Händchen brauchen, die Reihen wieder zu schließen. Der Etat dürfte klein bleiben, die Kaderplanung knifflig. Trotzdem ist Optimismus angesagt, weil Geld alleine bekanntermaßen keine Tore schießt und Teamgeist unverkäuflich ist. Die Mannschaft hat einen homogenen Kern und Trainer Mader hat es neuerlich geschafft, die mannschaftliche Geschlossenheit auch in der zweiten Saison als Trumpf auszuspielen, zugegeben auch manchmal das notwendige Quäntchen Glück gehabt. Das hat aber meistens der Tüchtige. Auf Dauer kann es allerdings nicht der Anspruch des FC Dornbirn sein, den Ligaerhalt als sportliches Ziel auszugeben. In der zehntgrößten Stadt Österreichs müsste es doch möglich sein, die wirtschaftlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen sowie eine Infrastruktur zu schaffen, um den Blick nach weiter oben zu richten. Dafür müsste der Verein breiter aufgestellt werden, in der obersten Etage und in den Etappen. Ehrenamtlichkeit muss nicht der Gegensatz zu Professionalität sein. Übrigens: Von den „Rothosen“ ist dressmäßig nicht mehr viel zu sehen, eigentlich schade.

Dr. Günter Felder, Dornbirn