Verantwortungslose Wirtschaftskammer

Leserbriefe / 03.05.2021 • 17:47 Uhr

Mikroplastik in unseren Lebensmitteln und Kosmetika, 100.000 qualvoll verendete Meeressäuger und eine Million Meeresvögel, die sich im Plastikmüll verfangen, riesige Plastikinseln in den Meeren, Plastik in Tiermägen, was in vielen Fällen zum Tode führt, Vermüllung von Parkplätzen an Autobahnen, Müll überall in der Natur (bei den jährlichen Flurreinigungs-Aktionen wird tonnenweise Müll gesammelt) – die Liste an Problemen, die durch den Kunststoffabfall verursacht werden, ist lang. Doch das scheint die Damen und Herren von der Wirtschaftskammer, allen voran deren Generalsekretär, Herr Kopf von der ÖVP, nicht zu interessieren. Ihr Widerstand gegen die Einführung eines Pfandsystems für Einweg-Verpackungen durch die grüne Umweltministerin ist an Arroganz und Ignoranz nicht zu überbieten und zutiefst unverantwortlich. Immerhin haben sich bei einer Umfrage vor gut einem Jahr 83 Prozent der österreichischen Bevölkerung für ein Pfandsystem bei PET-Flaschen ausgesprochen. Mit fadenscheinigen „Argumenten“ wird stattdessen versucht, die angebliche Ineffizienz eines solchen Systems zu beweisen. Dabei gibt es genügend Beispiele dafür, dass dies sehr wohl funktioniert: in Finnland (Pfandpflicht für Einwegverpackungen schon seit 2008), aber auch in Norwegen, Schweden, Estland und Kroatien. In Deutschland besteht eine Pfandpflicht bereits seit 2006. Es ist höchste Zeit, sich an diesen Beispielen zu orientieren.

Walter Burtscher, Nüziders