Müllproblem

Leserbriefe / 03.05.2021 • 17:47 Uhr

an der Milli

Haben wir eine Mir-egal-Gesellschaft? Menschen sind soziale Wesen, die die Geselligkeit brauchen, besonders in Zeiten wie diesen. Am Freitag demonstrieren für „fridays for future“, ökologisch und biologisch sein wollen, und am Wochenende den Müll am schönen Bodenseeufer liegen lassen? Das passt für mich nicht zusammen. Denen ist wohl nicht klar, dass wir alle die Kosten für die aufwendige Müllentsorgung tragen. Meiner Meinung nach wäre es auch sinnvoll, den Gastgarten ohne Testnachweis besuchen zu dürfen. Das würde die Situation am Bodenseeufer auch etwas entspannen. Wir hatten kein Taschengeld. Am Sonntagmorgen machten wir uns mit unseren Rädern mit Anhängern, Taschen und Rucksäcken auf den Weg, um am alten Rhein die Bier- und Limoflaschen einzusammeln, die an beliebten Partyplätzen liegen geblieben sind. Zu unseren Funden gehörten auch Batterien aus Radios, die achtlos ins Gebüsch geworfen wurden. Wir waren stolz auf das Pfandgeld, das wir erhalten haben, und darauf, dass wir sauber gemacht hatten. Manche haben es noch nicht verstanden, dass das Geld auf der Straße liegt. Altstoffe sind Wertstoffe der Zukunft. Ja, ich bin für Pfand auf Getränkeflaschen und Dosen. Damit die, die das aufheben, was andere liegen lassen, etwas davon haben. Auf eine saubere Zukunft.

Ulli Loacker, Koblach