Österreich, ein gackernder Hühnerhof?
Als Kind liebte ich das Kasperltheater. Der witzig schlaue Kasperl, der einfältig treue Seppl, das bissige Krokodil, der böse Zauberer, die liebliche Prinzessin und die alle be-kochende Großmutter. Alles einfache, kindlich durchschaubare Charaktere. Das bietet heutzutage der Ibiza-Ausschuss. Ein alter, boshaft schlauer Fuchs Sobotka, der das aufgeregte Huhn Melanie zum Gackern und den strengen Hahn Jan in die Schnappatmung treibt. Dazu noch der ahnungslose, scheinbar naive Finanz-Gernot, die rhetorisch spitzfindige, dralle Maid Nina und sonst noch jede Menge verhaltenskreative Politcharaktere. Jedenfalls wird Unterhaltung zumindest auf Löwingerbühnen-Niveau geboten. Nicht zu vergessen das Österreichische Covid-Volkstheater, Kakophonie in höchster Perfektion. Erst ein langweilig-einhelliger Lockdown, dann juhu in den Sommer, das boshafte Virus schlägt zurück, therapiert mit zerfransten weiteren Lockdowns. Die Schlacht um die richtige Maske, der aus Geiz und Missgunst misslungene EU-Impfstoffdeal, ein bürgermeisterlicher Ländle-Vordrängler, von Armin Wolf medial vorgeführt, Impfwillige gegen Impfempörte, alles begleitet vom lautstarken Gegacker auf allen medialen Ebenen besonders der dauerempörten Bewohner des Hühnerhofes Österreich. Alles ausgewiesene Fachleute, angeführt vom boshaft humorlosen Kickl-Hahn, der mit dem besonders spitzen Schnabel. Die echten Durchblicker völlig uninteressant, weil langweilig und faktenbasiert argumentierend. Wen wundert‘s, dass immer mehr genervte Bürger Sehnsucht bekommen nach einem, der „aufräumt“.
Dr. Klaus König, Lauterach