Regenbogen –
immer und ewig
Ein immer wieder bewegendes Erleben, wenn nach Unwetter und Gewitter ein Regenbogen erscheint. Der wird auch für Menschen der Bibel nach der Sintflut zum Bundes – und Friedenszeichen, das Gott verheißungsvoll in den Himmel setzt. So ist seit langem für friedensbewegte Menschen die Fahne mit den bunten Spektralfarben zum umfassenden Friedenssymbol geworden. Und seit einiger Zeit beanspruchen exklusiv Menschen mit gleichgeschlechtlicher Prägung dieses Zeichen für sich. Ich schließe diese Menschen in keiner Weise aus und wehre mich gegen jede Diffamierung; aber ich verwahre mich dagegen, dass ein uraltes umfassendes Symbol von einer kleinen Gruppe vereinnahmt wird. Ein peruanischer Priester hat mir vor Jahren eine regenbogenfarbige Stola geschenkt. Die trage ich als evang. Pfarrer gerne zu festlichen Anlässen. Über meinem schwarzen Talar. Als ich das vor Jahren zum Begräbnis der Mutter einer Freundin in Deutschland als Ökumenisches Friedenszeichen vorhatte, wurde ich mahnend darauf hingewiesen: „Das darfst du nicht, da würdest du dich als schwul outen.“ Schade; ich bin friedlich, nicht schwul. Also: Die Regenbogenfahne ist keine Schwulen- und Lesbenfahne – sucht euch ein anderes eindeutiges Symbol.
Hans Jaquemar, Pfr. em., Nendeln (FL)