Verantwortung
in Syrien?
Wenn ich Herrn Hans Nothnagl in seinem Leserbrief in den VN vom 19. März recht verstehe, meint er, dass man die Herrscher und damit unter anderem den Präsidenten von Syrien für den Weltfrieden mit in die Verantwortung nehmen soll. „Die eigentlichen Zerstörer sollte man mit in die Verantwortung nehmen. Sie sollten ihren Beitrag zum Wiederaufbau leisten.“ Dem kann man nur zustimmen. Die Frage ist nur: Wer sind die eigentlichen Zerstörer? Es sei nur ein ganz aktueller Punkt erwähnt. Die USA haben Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, Syrien, Libanon und gegen Venezuela verhängt. Auch Sekundärsanktionen über Firmen und Banken, die diese Wirtschaftssanktionen sonst nicht mittragen würden, treffen die Menschen in diesen Ländern sehr hart. Mit Sekundärsanktionen drohen die USA bzw. Präsident Joe Biden neuerdings auch allen am Pipelineprojekt Northstream II Beteiligten, das von Russland nach Deutschland führt. Zuerst sind also nicht die Regierenden in Syrien, Libanon und in Venezuela an der bitteren Not, unter der die Menschen in diesen Ländern inzwischen leiden, schuld. Sprechen wir also von Zerstörern des Friedens, dann kommen wir nicht umhin, auch die US-Regierung mit Präsident Biden zu erwähnen. Es wäre ganz einfach: Aufhebung der Wirtschaftssanktionen, die selbst die UNO als einen Krieg mit anderen Waffen bezeichnet.
P. Bernhard Kaufmann, Dornbirn