Jeder will alt werden, keiner will alt sein

Leserbriefe / 02.03.2021 • 18:05 Uhr

Die Zeit unseres Lebens währt 70 Jahre, wenn es hochkommt, können es 80 Jahre werden. So rässoniert der Beter des neunzigsten Psalms. Das mag lange Zeit so gegolten haben. In den letzten Jahrzehnten haben sich diese Zahlen deutlich nach oben verschoben. Heute pilotiert ein 70-Jähriger sein Flugzeug über den Bodensee, stürzt ab, steigt aus dem Flugzeug aus und hält sich schwimmend über Wasser, bis die Rettung kommt. Über das Alter und das Älterwerden haben Menschen schon immer nachgedacht. Schon der römische Philosoph und Politiker Cicero hat über die positiven Seiten des Alters geschrieben und hebt in seinem berühmten Werk „Cato maior de senectute“ die erfreulichen Aspekte hervor. Er meint, ältere Menschen verdienen Anerkennung und Achtung, haben Lebenserfahrung und Weisheit, von denn die Jugend lernen kann. Natürlich wussten die Autoren auch, dass das Alter Mühsal bringt, wenn die Kräfte nachlassen und zu schwinden beginnen. Wir haben heute viele Einrichtungen, die das Altwerden erleichtern. Die ärztliche Betreuung und die medikamentöse Behandlung sind in unseren Breiten gesichert. In den Sozialzentren sind die Bewohner rund um die Uhr versorgt. Es gibt das betreute Wohnen, die 24-Stunden-Hilfe, Essen auf Rädern, Hausbesuche durch Schwestern der Krankenpflege, Freizeitangebote für Senioren durch Gemeinden und Vereine.

Hugo Mayer, Egg