Zuversicht?
Glückselig tanzend und voller Zuversicht das alte Jahr hinter sich lassen. So oder so ähnlich sollen die Menschen in Österreich das neue Jahr begrüßen, wenn es nach den gleichförmigen Ansprachen vieler Politiker geht. Zuversicht bedeutet, festes Vertrauen haben auf eine positive Entwicklung in der Zukunft, auf die Erfüllung bestimmter Wünsche und Hoffnungen. Nix Fixes also. Denn die Wünsche und Hoffnungen vieler erfüllen sich seit Jahren nicht, sondern werden mit ebensolcher Gleichförmigkeit zum Verstummen gebracht, aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt oder als bedeutungslos deklariert. So warten beispielsweise mancherorts Menschen beim zentralen Supermarkt schon jahrelang auf einen Asylbescheid (und haben trotzdem noch ein Lächeln auf den Lippen). Zudem ist die Politik unfähig, leidvolle Kälbertransporte nach dem Beispiel Baden-Württembergs abzustellen, um eine bestimmte Wählerklientel nicht zu erzürnen. Und darüber hinaus werden heimische Wildtiere mittlerweile vorsorglich ganzjährig und in der Nacht mit Wärmebildkameras bejagt, weil es ja potenziell „Waldverbissschäden“ geben könnte. Gleichzeitig schaffen es aber auch viele Menschen nicht, einmal ein Jahr mit Silvesterkrachern auszusetzen, sondern setzen sich trotzig darüber hinweg mit der Bemerkung, sich nichts vorschreiben zu lassen. Ist da die Mentalität „faul im Staate Dänemark“? Oder sind das die Folgen einer gleichförmigen und offenbar gleichgültigen Regierungsführung? Das möge jede/jeder selbst beurteilen.
Ulrike Schmid,
BA MA, Wolfurt