Das Satireblatt
„Charlie Hebdo“
Dass die Rede- Meinungs- und Pressefreiheit eine der höchsten Errungenschaften der zivilisierten Menschheit ist, steht außer Frage. In letzter Zeit werden aber unter dem Deckmantel „Das ist Satire, oder das muss eine Demokratie aushalten“ die Grenzen immer weiter in den Bereich der Fragwürdigkeit verschoben. Wobei die Handhabung des radikalen Islamismus oder der Rechts- und Linksradikalen ein politisches und gerichtliches Versagen ist. Wie kann es sein, dass Straffällige dieser Gruppierungen mehrmals nur bedingt verurteilt werden und als freie Menschen die Gerichte verlassen? Warum werden kriminalisierte Zuwanderer nicht ohne Wenn und Aber sofort abgeschoben? In meinem langjährigen arabischen Berufsleben wurden Mitarbeiter wegen unschuldigen Verkehrsunfällen unter dem Titel „wenn sie nicht in unserem Land wären, wäre dieser Unfall nicht passiert“ bis zur Verhandlung in ein Gefängnis geworfen und anschließend einfach in das nächste abfliegende Flugzeug gesteckt. Dass der von der EU in Sachen Flüchtlinge hofierte türkische Ministerpräsident „Erdogan“ die natürliche Vorgangsweise von Frankreich nach den grausamen Anschlägen als politische und muslimische Propaganda benutzt, war zu erwarten. Dass aber „Charlie Hebdo“ sofort mit einer sexistischen Karikatur mit Recep Erdogan nachlegen musste, wird nicht zur Beruhigung der Situation beitragen und ist höchstwahrscheinlich der Auflagengier des Satireblattes geschuldet.
Alfred Fuchs, Dornbirn