Unterlassene
Hilfeleistung
Seit langer Zeit müssen wir die Untätigkeit der Europäischen Union und der österreichischen Bundesregierung ertragen und sind zur Mitwisserschaft und zu unmenschlichem Verhalten gebrandmarkt. Zurückgezogen in unserem Wohlstand unserer vier Wände versucht jede und jeder einen Weg des Ertragens zu finden – möglicherweise auch wegzuschauen. Aus dieser Perspektive fällt mein Blick auf Menschen, die mit Courage und enormem persönlichem Engagement das tun, wofür die Errungenschaft einer Zivilgesellschaft heute stehen könnte – das akzeptieren von Völkerrecht, Rechtsstaatlichkeit, Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft. Ärzte ohne Grenzen Österreich berichtet im aktuellen Newsletter von Hannah Wallace Bowman, der Sprecherin des aktuell im Hafen von Palermo festgehaltenen Rettungsschiff Sea-Watch 4: „Wir dürfen nicht aus dem Hafen auslaufen. Wir dürfen unseren Einsatz nicht fortsetzen. Wir sitzen praktisch in der Falle.“ Die Organisation informiert in diesem Zusammenhang, dass die Behörden unter fadenscheiniger Begründung, trotz mehrerer negativen Covid-19-Tests, eine systematische Verhinderungspolitik verfolge – „Hilfsorganisationen sollen ganz gezielt daran gehindert werden, Flüchtende in Seenot zu retten“ – und so bereits fünf Rettungsschiffe in fünf Monaten in Italien festgesetzt wurden und seit der Festsetzung der Sea-Watch 4 bereits mehr als 170 Menschen im Mittelmeer ertrunken sind. Ein Verbrechen – lasst die Hilfsorganisationen ihren Einsatz fortsetzen!
Oliver Mössinger, Dornbirn