Bewirtschaftete ­Alpen – wie lange noch?

Leserbriefe / 18.08.2020 • 21:14 Uhr

In der derzeitigen Diskussion um Wolf und Herdenschutzmaßnahmen nehme ich einigen ihren guten Willen für Lösungen sogar ab – obwohl manche der lautstarken Diskutanten kaum einmal selbst einen Laufmeter Schafzaun errichtet haben. Viel entscheidender erscheinen mir aber die tieferliegenden Beweggründe, die einer der lautstarken Raubtier-Befürworter und Tierschützer, nämlich Martin Balluch ganz offen und unumwunden (auf seiner Homepage) preisgibt.

So lautet seine Vision: Dass alle Alpen aufgelassen werden und die wilde Natur dorthin zurückkehrt! Weg mit den Alpen – eine vegane Gesellschaft ohne Rindernutzung und Wiedereinbürgerung von Auerochse, Bison, Bär, Wolf und Luchs! (So sein Credo) Wenn diese von Balluch (und manchen seiner Jünger(innen)) angestrebte Vision zur Realität wird, dann stellt sich nicht mehr die Frage – wohin die Bauern ihr Vieh bringen – sondern wohin die Tourismuswirtschaft ihre Gäste schickt – und wohin die Tausenden Einheimischen sich zu erholsamen Wanderungen zurückziehen! Darüber hat sich die Politik von heute Gedanken zu machen – und nicht darüber, wie man einige Bauern und Älpler zum Schweigen bringt. Denn einfacher wäre es, die Älpler auf den Alpen zu halten, als sie wieder dorthin zurückbringen, wenn es dort nur noch Stauden und Dornen gibt! Auch die Wanderer auf den Alpen mögen dieses Szenario überlegen.

Hugo Waldner,

Egg-Großdorf