Die Italiener
in Vorarlberg
Zum Beitrag „Herumgemosert“ von Moritz Moser, VN vom 6./7. Juni 2020:
Sehr geehrter Herr Moser, Sie beschreiben die Einwanderung, der Italiener, die Vorarlberg in der Neuzeit erfuhr. Dazu möchte ich eine Präzisierung der Begriffe anfügen. Die Zeit der Einwanderung war, wie Sie schreiben, Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhundert. Zu dieser Zeit war Österreich noch eine Monarchie. Tirol, das war Nordtirol, Südtirol und das Trentino. Seit dem 13. Jahrhundert. Salurn ist die Sprachgrenze. Trentino Wälschtirol oder Welschtirol. Aus diesem Grunde waren hier in Vorarlberg nicht „Italiener“, sondern Tiroler mit italienischem Dialekt und österreichischer Staatsbürgerschaft. Die Trentiner kamen zur Arbeit auf Zeit, sie verließen ihre Familie, um hier zu arbeiten. Männer hauptsächlich im Straßenbau und zum Bau der Eisenbahnstrecke Bludenz – Innsbruck. Frauen und Mädchen wurden angeworben für die Textilindustrie. Die wirtschaftliche Lage in diesen Gebieten war schwer, wegen der Reblaus und Seidenraupenkrankheit verloren im südlichen Tirol zehntausend Arbeiter und Arbeiterinnen ihre Arbeit. Wegen der erst jungen Eisenbahn war die Mobilität der Schlüssel zur Arbeitswanderung. Der Umgang der Bevölkerung mit den Menschen aus Tirol war sicher so, wie Sie beschrieben haben, nicht immer freundlich.
Luis Caldonazzi, Thüringen