Jung gegen Alt

Leserbriefe / 22.05.2020 • 17:58 Uhr

Wir sollten lernen, achtsamer mit Worten umzugehen. Was geschieht, wenn junge Menschen immer wieder in Medien gebetsmühlenartig diese Worte hören? „Wir müssen uns bezüglich des Coronavirus ganz besonders um die Risikogruppe ab 65 kümmern.“ Ist es nicht vorprogrammiert, dass Neid und Missgunst gegenüber, anscheinend „Bevorteilten“, gerade bei Jugendlichen auftreten? Dann, wenn sie so wie in den letzten Wochen mit vielen Einschränkungen leben müssen? Ebenfalls verwundert es mich nicht, dass es auch noch solche gibt, die bei einer öffentlichen Befragung in etwa so antworten: „Diese alten Menschen müssen sowieso schon bald sterben.“ Ein deutscher Politiker hat ihnen diese Worte in den Mund gelegt. Ich bitte alle jungen Menschen, uns „Alten“ nicht zum Prell- oder Sündenbock abzustempeln. Die viel zitierte Fürsorge uns gegenüber (zumindest einer Teilgruppe) hat nur mit leeren Worten geendet.

Maria Sandtner,

Lustenau