Zeichen des Respekts für eine wichtige Arbeit

Kunst- und Kulturpreis der VN in Kooperation mit der Wiener Städtische Versicherung wird demnächst zum vierten Mal vergeben.
Schwarzach „In unserer kommentarlosen Kulturbudgetkürzungszeit freue ich mich besonders über private Initiativen, wie für diesen, von den VN und der Wiener Städtische Versicherung ins Leben gerufenen Kulturpreis“, erklärt die Bregenzer Galeristin Lisi Hämmerle. Diese Initiative sollte Gehör für weiteres Engagement finden: „Kunst und Kultur verdienen Respekt.“ Lisi Hämmerle ist Mitglied der Jury, die würdige Preisträgerinnen und Preisträger nominiert hat und die jene Entscheidung vertritt, die Anfang Mai bekannt gegeben wird. Die Jurorin Sabine Benzer, Kulturvermittlerin, Autorin und Geschäftsführerin des Theaters am Saumarkt, betont, dass Kulturarbeit – auch die der Preisträgerinnen und Preisträger – ein offenes Klima braucht, das die Kulturpolitik zu gewährleisten hat. „Kunst und Kultur sind ein wichtiger Baustein der Demokratie, sie müssen geschützt und gestützt werden“, bekräftigt die Regisseurin, Theaterleiterin, Autorin und Jurorin Barbara Herold. Der Komponist und Universitätsprofessor Richard Dünser, der ebenfalls Mitglied in der von Projektleiterin und Kulturjournalistin Christa Dietrich organisierten Jury ist, definiert die Kunst auch als notwendige Mahnerin.
Neue Werke des Komponisten werden ab kommenden Herbst auch wieder in Vorarlberg zu erleben sein. Erst jüngst fand im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins die österreichische Erstaufführung seines Konzertes für Klavier zu vier Händen und Orchester nach einem Klavierquartett von Brahms statt. Die ausgefeilte Übersetzung des Reichtums dieses Werks in einen symphonischen Klang hat das Publikum begeistert.

Hauptpreisträger beim im Jahr 2023 erstmals vergebenen Kunst- und Kulturpreises ist das Frauenmuseum Hittisau. Dort widmet sich nun die von Direktorin Stefania Pitscheider Soraperra und Lisa Noggler-Gürtler kuratierte Ausstellung „Frieden tun“ der Frage danach was es braucht, um Frieden zu leben, zu bewahren oder zu erwirken. Anhand von Exponaten, Dokumenten und interaktiven Mitteln wird erörtert, wie Frieden im Alltag, in gesellschaftlichen Strukturen und in historischen Zusammenhängen entsteht und was Einzelpersonen selbst tun können.

Von der Autorin, Dramatikerin und Literaturvermittlerin Daniela Egger hat das Vorarlberger Landestheater vor wenigen Monaten das Werk „Die Bühnentode meiner Mutter“ uraufgeführt. Geboten wurde nicht nur ein liebevoller Blick auf eine herausfordernde Eltern-Kind-Beziehung, sondern auch eine kluge und unterhaltsame Heranführung an das Opernrepertoire, dessen prominentesten Werke oft irritierende Inhalte haben.

Daniela Egger schreibt derzeit ein Bühnenstück über die auch noch nach 1945 leidvollen Erfahrungen von Delphina Burtscher, einer Bäuerin im Großen Walsertal, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete.
Bühnen- und Ausstellungserfolge
Die Produktion „Maria, ein Roadmovie“ von Brigitte Walk und ihrem Walktanztheater (Hauptpreisträgerin im Jahr 2025) wurde im vergangenen Herbst in Vorarlberg uraufgeführt, an verschiedenen Orten des Landes gezeigt und steht Anfang Mai in zwei Theatern in Temeswar/Rumänien auf dem Programm. Autorin Irmgard Kramer erzählt von einer Frau, die über mehrere Jahre alle paar Wochen von Rumänien nach Vorarlberg und retour reiste, um in Feldkirch als Pflegerin zu arbeiten. In ihrer Produktion mit Schauspiel, Tanz und Video verweist Walk auch auf ökonomische Ungleichheiten, die in erster Linie Frauen betreffen.

„Care Matters“ steht noch bis Ende Juni über dem Eingang der Albertina in Wien. Mit zwei vielschichtigen, humorvollen Werken ist die bildende Künstlerin Christine Lederer (Anerkennungspreisträgerin im Jahr 2025) in dieser Ausstellung bzw. neben Exponaten jüngerer, aber auch so renommierter Künstlerinnen wie Renate Bertlmann, Rosemarie Trockel, Birgit Jürgenssen und VALIE EXPORT vertreten. Thematisiert werden sowohl zu überwindende oder überwundene Rollenklischees als auch prekäre Arbeitsverhältnisse und die noch wenig wertgeschätzte Sorgearbeit, die mehrheitlich von Frauen geleistet wird.

Preiswidmung und Partner
Gewidmet ist der zum vierten Mal zu vergebende Kunst- und Kulturpreis professionell tätigen Personen oder Gruppierungen für herausragende Arbeiten und Projekte aus dem Bereich der bildenden Kunst, der Musik, der Literatur, der darstellenden Kunst, des Filmschaffens sowie der Kunstvermittlung. Neben der Fokussierung auf eine spezielle Leistung und die hohe Qualität des Schaffens, der Werke, der Produktionen und Projekte, hat die Jury mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Zu diesen zählen etwa der schöpferische Aspekt oder die Nachhaltigkeit und die thematische Relevanz der künstlerischen Arbeiten und Projekte.
Die Verleihung ist im Mai vorgesehen. Hauptpartner der Vorarlberger Nachrichten ist die Wiener Städtische Versicherung Vorarlberg. Unterstützer sind das Porsche Zentrum Vorarlberg – Rudi Lins, das Seehotel am Kaiserstrand und die Huber Uhren Schmuck GmbH. CD