Irrfahrten: Unterwegs mit Odysseus & Gefährten

Kultur / 15.04.2026 • 11:56 Uhr
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Der Erlös der Benfizveranstaltung kommt Therapiestunden für gehörlose Kinder in Vorarlberg zugute. tobias moretti – wood sounds

Benefizveranstaltung von Kiwanis Bregenz Rheintal Iris mit Tobias Moretti und Wood Sounds.

Bregenz Am 27. April findet im Festspielhaus Bregenz ein Abend statt, der Kunst und gesellschaftliches Engagement auf besondere Weise miteinander verbindet. Die Benefizveranstaltung „Irrfahrten – Unterwegs mit Odysseus & Gefährten” verspricht eine Reise durch die europäische Erzähl- und Musiktradition und widmet sich zugleich einem dringenden Anliegen. Organisiert wird der Abend von Kiwanis Bregenz Rheintal Iris, die Eintrittskarten kosten 59 Euro und sind unter irisevent@kiwanis.at oder bei Ländleticket erhältlich.

Ausgangspunkt ist eine der ältesten und zugleich wirkmächtigsten Geschichten der europäischen Kultur: Homers Odyssee. Das Bild des rastlos Suchenden wurde über die Jahrhunderte hinweg immer wieder neu gedeutet, von Dante bis Nikos Kazantzakis. Der Abend nutzt diese Geschichte als gedanklichen Resonanzraum für ein vielschichtiges Nachdenken über Aufbruch und Verlust, Orientierung und Heimkehr. Der österreichische Star-Schauspieler Tobias Moretti, der seit Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen im deutschsprachigen Raum zählt, verleiht diesen Motiven Gestalt. Er erzählt nicht nur von Odysseus, sondern auch von den Figuren, die ihr Leben in der Bewegung zwischen Fremde und Herkunft entwerfen müssen: als Getriebene, als Suchende, als Menschen im Übergang.

Verschränkung von Wort und Musik

Die musikalische Interpretation übernimmt das Ensemble Wood Sounds, dessen Mitglieder zu den profilierten Interpreten der historischen Aufführungspraxis zählen und deren künstlerische Karrieren von internationaler Konzerttätigkeit geprägt sind. Die Vorarlbergerin Julia Moretti, die von Innsbruck über Straßburg und Mailand auf die großen Podien Europas kam, verbindet technische Präzision mit stilistischer Klarheit. Florian Hasenburger, der sowohl Violine als auch Viola spielt, sucht mit ausgeprägtem Gespür für Vermittlung jene Unmittelbarkeit, die Musik auch jenseits klassischer Konzertformen erfahrbar macht. Ergänzt wird das Ensemble durch Wolfram Fortin, Rainer Johannsen, Lorenzo Abate und Charlie Fischer. Ihr gemeinsames Spiel eröffnet ein weites klangliches Spektrum: von der barocken Ausdruckswelt Monteverdis und Muffats bis zu den reduzierten Klangflächen eines Philip Glass.

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Auf diese Weise entsteht ein musikalischer Parcours, der Europa durchmisst und zugleich in die Neue Welt ausgreift. Es entsteht ein Geflecht aus Stilen, Zeiten und Klangfarben, das eng mit der erzählerischen Ebene verwoben ist. Der Gedanke des Unterwegsseins wird dabei nicht nur illustriert, sondern auch klanglich erfahrbar gemacht. Gerade in dieser Verschränkung von Wort und Musik liegt die besondere Qualität des Abends. Er erschöpft sich nicht in einer Aneinanderreihung von Werken, sondern entwickelt eine dramaturgisch durchdachte Form, in der sich die Motive des Irrens, Suchens und Findens wechselseitig durchdringen. Dass diese künstlerische Reise einem klar umrissenen sozialen Zweck dient, verleiht dem Abend eine zusätzliche soziale und sympathische Komponente.