Tanz zwischen Struktur und Unordnung

Kultur / 13.10.2025 • 13:22 Uhr
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Am 18. Oktober findet um 20.30 Uhr die österreichische Erstaufführung des Tanzkonzert „CHOREOMANIACS“ statt. Choreomaniacs © Fabian Stransky

Drei Tage „tanz ist Festival“ und open space des Vereins netzwerkTanz Vorarlberg.


Dornbirn Vom 16. bis 18. Oktober wird die Bühne des “tanz ist Festivals” zu einem vibrierenden Ort der Begeisterung, historischer Reflexion und tänzerischer Forschung. Die in Frankfurt lebende Choreografin und Tanzprofessorin Hannah Shakti Bühler präsentiert gemeinsam mit der Musikerin Charlotte Simon ein vielschichtiges Programm, das zwischen Ritual, Performance und Diskurs changiert. Es steht unter dem Motto „Choreomaniacs – Dancing Between Order and Disorder“.

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Theresa WeyAm Samstag findet zudem „openSpace” des Vereins netzwerkTanz Vorarlberg statt.

Den Auftakt bildet am 16. Oktober ab 19 Uhr der gleichnamige Workshop, in dem Bühler kollektive Tanzphänomene als Ausdruck von Befreiung, Ekstase und Disziplinierung erforscht. Von mittelalterlichen Tanzmanien über süditalienische Tarantella bis hin zur „Waltzerwut” spannt sie einen Bogen durch Epochen und Körperzustände. Der Workshop versteht sich als tänzerisches Labor zwischen Empowerment, Fürsorge und Protest und wird von Live-Musik von Charlotte Simon begleitet. Am 17. Oktober folgt um 20.30 Uhr der Dokumentarfilm „Zuagroast (Zugereist): Die Brückentänze” von Hannah Shakti Bühler und Simon Mayer. Der 40-minütige Film erkundet Zugehörigkeit und Verbundenheit jenseits geografischer Grenzen. Menschen tanzen auf Brücken zwischen Österreich und Deutschland und erzählen in Interviews vom Ankommen, vom Anderssein und vom Miteinander. Im Anschluss laden eine Lecture und ein „bewegtes Nachgespräch” zum Weiterdenken und Mittanzen ein. 

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Choreomaniacs © Fabian Stransky

Begleitend dazu zeigt die Galerie am 17. und 18. Oktober die Ausstellung „Dances Between Order and Disorder“. Sie bietet mit Texten, Bildern und Materialien Einblicke in Hannah Shakti Bühlers umfangreiche Recherche zu ihrer Auseinandersetzung mit Tanz, Rausch und gesellschaftlicher Kontrolle.

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Den Höhepunkt des Festivals bildet am 18. Oktober um 20.30 Uhr das Tanzkonzert „CHOREOMANIACS“, eine österreichische Erstaufführung. In dieser energetischen Performance verschmelzen Tanz und Musik zu einem rituellen Befreiungsakt. Bühler und Simon beschwören die Bilder der „Tanzwütigen“ des Mittelalters, der süditalienischen Tarantaten und der sich drehenden Körper der Walzmania herauf und erfinden sie aus zeitgenössischer, humorvoller und postfeministischer Perspektive neu. Das Publikum wird Teil eines ekstatischen, sinnlichen und ironisch gebrochenen Tanzrituals.

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Christine Ebenthal

Bereits zuvor, ebenfalls am Samstag, den 18. Oktober, lädt das TiK Dornbirn um 18 Uhr zur nächsten Ausgabe von „openSpace”, dem etablierten Format des Vereins netzwerkTanz Vorarlberg. Seit 2011 bietet es Tänzerinnen und Tänzern verschiedener Stilrichtungen die Möglichkeit, ihre Arbeiten vor Publikum und einer fachkundigen Jury zu präsentieren – als Vorschau, Experimentierfeld und Begegnungsraum für zeitgenössischen Tanz. Dieses Mal stehen vier Kurzstücke auf dem Programm: Die Wiener Künstlerin Sara Lanner präsentiert erste Ergebnisse ihres Forschungsprojekts „Solance“, das im tanzRaum von netzwerkTanz entsteht und später in Wien im Rahmen von Im_Flieger fortgesetzt wird. Zudem treten Marie Stempfel mit einem Solo, Emine Toktas mit einer sechsköpfigen urbanen Tanzgruppe sowie Alina Belyagina aus München mit einem Gruppenstück auf. Das Publikum darf sich auf vielfältige Formen des Tanzes und auf spannende Einblicke in künstlerische Entwicklungsprozesse freuen. Als Feedbackteam begleiten die Bühnenbildnerin Caro Stark und der Schweizer Choreograf Marco Santi den Abend. „openSpace“ dauert bis 20 Uhr, sodass Tanzbegeisterte auch beim Tanzkonzert des tanz ist Festivals dabei sein können.