Ehrenkreuz für Dornbirner Aktionskünstler

Der Dornbirner Künstler Wolfgang Flatz erhält das Österreichische Ehrenkreuz.
Dornbirn, Wien Wer sich von Wolfgang Flatz’ Kunst nicht provozieren lässt, hat wohl weggeschaut. Der gebürtige Dornbirner Konzeptkünstler wurde nun mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet – eine späte Würdigung für ein Leben zwischen Stahlplatten, Kunstblut und toten Kühen.

Flatz, 1952 geboren, lernte zunächst das Gold- und Silberschmiedehandwerk in Feldkirch, bevor er in Graz und München Kunstgeschichte, Malerei und Metalldesign studierte. Doch statt sich in Ateliers zu verstecken, stürzte er sich wortwörtlich in seine Kunst: In Tiflis ließ er sich kopfüber zwischen Stahlplatten schlagen, in Berlin 2001 eine tote Kuh per Helikopter abwerfen. „Ich will sehen, ob es eingreift oder passiv bleibt“, sagte er einst über sein Publikum – ein Spiel mit Grenzen, Schmerz und öffentlicher Reaktion.

2009 gründete Flatz in seiner Heimat das FLATZ Museum, das heute als Plattform für Fotografie und zeitgenössische Kunst dient. Auch 2024 blieb er unbequem: Am Wiener Burgtheater inszenierte er ein Stück zur „Hitler-Perlen-Rede“ – begleitet von Flaggen mit dem Porträt seiner verstorbenen Dogge.