Ein Dialog zwischen Malerei und Film

Maria Lassnig Ausstellung im Bregenzer Magazin 4.
Bregenz Am 22. November um 18 Uhr eröffnet das Magazin 4 in Bregenz die Ausstellung „Maria Lassnig | Körperkunst in Malerei und Film“. Die Schau widmet sich den Ansätzen der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig (1919-2014), deren unverwechselbare Malerei der Körperwahrnehmung und experimentelle Filme eine intensive Verbindung zwischen den Medien schaffen.

Die Ausstellung verbindet Lassnigs malerisches und filmisches Werk auf neuartige Weise. Ausgangspunkt ist das Gemälde „Informell“ (1960) aus Lassnigs Pariser Schaffensphase, das sich im Besitz der Stadt Bregenz befindet und exemplarisch für ihre Auseinandersetzung mit abstrakten Formen und körperlichen Empfindungen steht. Ergänzt wird die Präsentation durch sieben ausgewählte Filme sowie den Dokumentarfilm „Maria Lassnig: Es ist die Kunst, jaja …“ von Sepp Dreissinger und Heike Schäfer.

Lassnigs Filme wie „Kantate“ (1992) oder „Self Portrait“ (1971) verbinden auf originelle Weise Körperlichkeit, Humor und existentielle Fragen. Hier zeigt sich ihr Gespür für die Dynamik zwischen Bewegung, Farbe und Form – Elemente, die auch ihre Malerei nachhaltig prägen.

Maria Lassnig zählt zu den einflussreichsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Nicht das äußere Erscheinungsbild, sondern die subjektive Wahrnehmung des Körpers bestimmt ihr Werk. Mit diesem Ansatz, den sie als „Körperwahrnehmungsmalerei“ bezeichnete, stellte sie traditionelle Bildkonzepte in Frage und schuf eine völlig neue künstlerische Sprache. Nach ihrem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien ging Lassnig nach Paris. Dort beeinflussten surrealistische und abstrakte Strömungen ihr Werk. In den 1970er Jahren lebte sie in New York, wo sie experimentelle Animationsfilme produzierte, die ihre malerischen Themen auf innovative Weise weiterführten. Neben ihrer Arbeit als Malerin und Filmemacherin war Lassnig auch als Bildhauerin und Professorin tätig. 1980 wurde sie als erste Frau zur Professorin für Malerei an der Universität für angewandte Kunst in Wien berufen – ein wichtiger Meilenstein in ihrer Karriere.
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Ein vielfältiges Rahmenprogramm ergänzt die Ausstellung und ermöglicht einen vertieften Einblick in das Leben und Werk von Maria Lassnig. Den Auftakt bildet die feierliche Eröffnung am 22. November 2024 um 18 Uhr, begleitet von einem Vortrag der Biografin und Kunsttheoretikerin Natalie Lettner, die über Lassnigs prägende Pariser Jahre spricht. Am 8. März 2025 bietet der Workshop „Malerei der Körperwahrnehmung“ von 14 bis 17 Uhr einen praktischen Zugang zu Lassnigs Technik. Unter Anleitung des Künstlers Edgar Leissing können die Teilnehmer die spezifischen Ansätze der Körperwahrnehmungsmalerei selbst ausprobieren. Ein filmisches Highlight erwartet die Besucherinnen und Besucher am 19. März 2025 um 20 Uhr mit der Vorführung des Porträts „Schlafen mit einem Tiger“ im Metrokino Bregenz. Die Kinokarte beinhaltet auch den Eintritt zur Kunstmesse STAGE Bregenz. Diese widmet sich vom 21. bis 23. März 2025 in Gesprächen und Performances dem Erbe Lassnigs und aktuellen Fragen der zeitgenössischen Kunst.

Maria Lassnigs Werk ist ein bedeutender Beitrag zur zeitgenössischen Kunst. Ihre kompromisslose Auseinandersetzung mit Körper, Identität und Existenz ist heute so aktuell wie zu ihrer Schaffenszeit. Die Ausstellung im Magazin 4 lädt dazu ein, das vielfältige Werk dieser außergewöhnlichen Künstlerin neu zu entdecken – und den inspirierenden Dialog zwischen Malerei und Film fortzusetzen.