400 Skizzen und eine raumgreifende Installation

Kultur / 07.05.2024 • 11:34 Uhr
Martin Walde
Martin Walde stellt bis zum 23. Juni im Künstlerhaus Bregenz aus. martin walde

Martin Walde mit „IT“ im Künstlerhaus Bregenz.

Bregenz Der österreichische Künstler Martin Walde arbeitet in den Bereichen Installation, Zeichnung und Skulptur. All dies ist ab dem kommenden Wochenende in seiner Einzelausstellung „IT“ im Künstlerhaus Bregenz zu sehen.

Martin Walde
Martin Walde gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Österreichs. lukas beck

Ein Konvolut von insgesamt 400 Skizzen wird in den oberen Stockwerken des Künstlerhauses präsentiert. Aus den Zeichnungen entwickeln sich bei Martin Walde oft Installationen. Im Untergeschoss zeigt der Künstler eine raumgreifende Installation aus Aluminiumelementen sowie zwei Videoarbeiten. Eine weitere interaktive Rauminstallation mit dem Titel “The Web” wird im Erdgeschoss des Künstlerhauses zu sehen sein. Bei allen gezeigten Arbeiten geht es immer um die Interaktion des Werkes im Raum mit den Besucherinnen und Besuchern.

Martin Walde
Martin Walde lernte bei bedeutenden Lehrern wie Wolfgang Hollegha, Arnulf Rainer und Max Weiler. martin walde

Die Arbeiten in der Ausstellung „IT“ stehen exemplarisch für Waldes Ansatz, der oft als divergent und konzeptuell verwandt beschrieben wird. Er betont die Entwicklung von Phänomenen aus verschiedenen Lebensbereichen – sozial, politisch, privat und öffentlich – und lässt diese unkontrolliert in seine Kunst einfließen. Diese Herangehensweise macht seine Projekte besonders flexibel und dialogorientiert und lässt sie sowohl formal als auch inhaltlich heterogen erscheinen.

Martin Walde
Martin Walde martin waldeerhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen.

Martin Walde wurde 1957 in Innsbruck geboren und studierte Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Dort lernte er bei bedeutenden Lehrern wie Wolfgang Hollegha, Arnulf Rainer und Max Weiler. Seine künstlerische Laufbahn ist von zahlreichen internationalen Ausstellungen geprägt, darunter markante Teilnahmen an der Biennale di Venezia 1986 und 2001, der Istanbul Biennale 1989, der documenta X in Deutschland 1997 und der Biennale de Montréal 1998. Wichtige Einzelausstellungen fanden unter anderem 1996 in der Secession Wien, 1999 in der Tokyo Opera City Art Gallery, 2001 im Fuchū Art Museum, Tokyo, 2006 im Kunsthaus Baselland in der Schweiz, 2009 im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe und 2010 im Marta Herford Museum in Deutschland statt. Neben seinen Ausstellungen erhielt Walde zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Otto-Mauer-Preis 1991, den Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst 1998 und 2012, den Tiroler Landespreis für zeitgenössische Kunst 2006 und den Österreichischen Kunstpreis für Bildende Kunst 2017. Nach Aufenthalten in Paris und New York lebt und arbeitet er heute in Wien.

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In seiner künstlerischen Praxis bedient sich Walde der Medien Zeichnung, Objekt, Installation und in jüngster Zeit auch Video. Sein Werk zeichnet sich durch eine Auseinandersetzung mit Populärkultur aus, wobei er häufig narrative Elemente verwendet und diese mit einem ironischen Unterton, der an Comicgeschichten erinnert, dekonstruiert. In seinen Werken werden häufig semantische und syntaktische Elemente von Sprache und Bild in neue, oft unkonventionelle Zusammenhänge gebracht. Insbesondere in seinen Zeichnungen, die er als visuelle Gedankenexperimente versteht, reflektiert er die Möglichkeit, durch künstlerische Fiktion neue, utopische Realitäten zu schaffen.

„IT“

Martin Walde

Ausstellungsdauer: 11.05. – 23.06.2024

Eröffnung: Freitag, 10.05.2024 um 19 Uhr

Öffnungszeiten der Ausstellung:

Mittwoch bis Samstag 14 – 18 Uhr

Sonn- und Feiertage 11 – 17 Uhr