Ein Wochenende im Zeichen des Nachdenkens

Kultur / 24.01.2024 • 18:00 Uhr
„Kein Groschen, BRECHT!“ wird am Samstagabend im Landestheater aufgeführt.  <span class="copyright">Guenter Macho</span>
„Kein Groschen, BRECHT!“ wird am Samstagabend im Landestheater aufgeführt. Guenter Macho

Drei Produktionen am Landestheater Vorarlberg, zwei Vorträge im vorarlberg museum.

Bregenz Im Rahmen des Internationalen Holocaust-Gedenktages finden am kommenden Wochenende mehrere Veranstaltungen statt.

Gernot Kiermayr spricht am 26. Jänner um 17 Uhr im vorarlberg museum über die als „asozial“ abgestempelten Menschen.  <span class="copyright">klaus hartinger</span>
Gernot Kiermayr spricht am 26. Jänner um 17 Uhr im vorarlberg museum über die als „asozial“ abgestempelten Menschen. klaus hartinger

Unter den vielen Millionen Toten des Zweiten Weltkriegs gibt es zwei Gruppen, die bisher nicht im Mittelpunkt der Forschung standen und teilweise bis heute nicht als Opfer anerkannt werden: die so genannten „Asozialen“ oder „Kriminellen“ und die NS-Zwangsarbeiter. Der Historiker Gernot Kiermayr spricht am 26. Jänner um 17 Uhr im vorarlberg museum über die als „asozial“ abgestempelten Menschen, die Historiker Werner Bundschuh und Michael Kasper erläutern um 19 Uhr, wie Zwangsarbeiter in Vorarlberg beim Kraftwerksbau und in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt wurden.

Michael Kasper erläutert gemeinsam mit Werner Bundschuh den Einsatz von Zwangsarbeitern in Vorarlberg. <span class="copyright">privat</span>
Michael Kasper erläutert gemeinsam mit Werner Bundschuh den Einsatz von Zwangsarbeitern in Vorarlberg. privat

Am Freitag, den 26. Januar, um 15 Uhr öffnet im Landestheater Vorarlberg das T-Café seine Türen für die Premiere von „Geteiltes Leid“. Das von Yael Schüler und Viola Köster konzipierte und inszenierte Klassenzimmerstück greift ein Thema auf, das sowohl historisch als auch aktuell von großer Bedeutung ist. Vor dem Hintergrund des jüngsten Krieges in Gaza und des weltweit wieder aufflammenden Antisemitismus entstand das Stück aus Berichten jüdischer und palästinensischer Menschen in den sozialen Medien. „Geteiltes Leid“ versteht sich nicht nur als Theaterstück, sondern auch als pädagogisches Werkzeug, das jungen Menschen ein tieferes Verständnis für die Komplexität des Nahostkonflikts vermitteln soll. Die anschließende Diskussion bietet Raum für Fragen und Reflexion, ein wichtiger Schritt in Richtung Empathie und Verständnis.

Nico Raschner bestreitet die Lesung „Anschreiben gegen den Schmerz“.  <span class="copyright">roland paulitsch</span>
Nico Raschner bestreitet die Lesung „Anschreiben gegen den Schmerz“. roland paulitsch

Ebenfalls im T-Café beginnt am Samstag, 27. Januar, um 16 Uhr die Lesung „Anschreiben gegen den Schmerz“. Die Veranstaltung am Holocaust-Gedenktag erinnert an die Schrecken des Holocaust und die Befreiung von Auschwitz vor 79 Jahren. Die beiden Schauspieler Tamara Stern und Nico Raschner lassen in ihrer Lesung Werke von Paul Celan, Selma Merbaum, Nelly Sachs und Maya Arad Yasur lebendig werden. Diese Texte, die tief in der Tragödie des Holocaust verwurzelt sind, greifen auch aktuelle Themen wie den wachsenden Antisemitismus und Rechtsextremismus auf. Die Veranstaltung verspricht ein bewegendes und zugleich aufklärendes Erlebnis zu werden, das die Zuhörer zum Nachdenken über die Vergangenheit und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart anregen wird.

Tamara Stern in „Kein Groschen, BRECHT!“. <span class="copyright">Guenter Macho</span>
Tamara Stern in „Kein Groschen, BRECHT!“. Guenter Macho

Am Abend desselben Tages, um 19.30 Uhr, wird das Programm mit der Aufführung „Kein Groschen, BRECHT!“ im Großen Haus fortgesetzt. Die Inszenierung von Ernst Kurt Weigel ist eine tragikomische Satire auf das Leben und Werk von Bertolt Brecht. Durch die Augen der Frauen in Brechts Leben – dargestellt in einer fiktiven Figur, die ihre Schicksale vereint – beleuchtet das Stück die komplexe Beziehung zwischen dem berühmten Dichter und seinen Musen.

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Musikalisch untermalt mit den Dreigroschenliedern und modernen Soundscapes bietet der Abend eine humorvolle, aber auch kritische Auseinandersetzung mit dem Literaturgiganten und den Frauen, die im Schatten seines Ruhms standen.

„Geteiltes Leid“

Klassenzimmerstück mit anschließender Diskussion I 13+

Premiere: Freitag, 26. Januar, 15.00 Uhr, T-Café (Eintritt frei)

Das Stück kann nach der Premiere von Schulen als Klassenzimmerstück gebucht werden.

„Anschreiben gegen den Schmerz“

Lesung zum Holocaust-Gedenktag

Mit Tamara Stern, Nico Raschner

Lesung am Samstag, 27. Januar, 16.00 Uhr, T-Café (Eintritt frei)

„Kein Groschen, BRECHT!“

Von Ernst Kurt Weigel

Mit Tamara Stern

Gastspiel am Samstag, 27. Januar, 19.30 Uhr, Großes Haus