Theater Kosmos blickt in das kommende Jahr

Kultur / 06.12.2023 • 16:25 Uhr
Das Theater Kosmos mit Hubert Dragaschnig und Augustin Jagg präsentierte den Spielplan für kommendes Jahr.<span class="copyright"> VN/TAs </span>
Das Theater Kosmos mit Hubert Dragaschnig und Augustin Jagg präsentierte den Spielplan für kommendes Jahr. VN/TAs

Im Jahr 2024 stehen unter dem Motto „Die Erzählung hat Zukunft“ sechs Produktionen auf dem Programm.

Bregenz Die finanzielle Lage am Theater Kosmos sei angespannt, dennoch versucht das Team rund um Augustin Jagg und Hubert Dragaschnig alljährlich ein attraktives Programm für die Besucher auf die Beine zu stellen. Dabei setze man vermehrt auf Koproduktionen. Im vergangenen Jahr verzeichnete man bei 110 Veranstaltungen rund 8000 Besucher, was einer Auslastung von 75 bis 80 Prozent entspricht. „So schlecht ist das nicht, aber es ist Luft nach oben“, sagt Augustin Jagg bei der Spielplanpräsentation für das Jahr 2024.

„Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ entpuppte sich mit zwölf ausverkauften Vorstellungen als Besuchermagnet im vergangenen Jahr.
„Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ entpuppte sich mit zwölf ausverkauften Vorstellungen als Besuchermagnet im vergangenen Jahr.

Im kommenden Jahr werden unter dem Motto „Die Erzählung hat Zukunft!“ sechs Produktionen, zwei davon im Rahmen des jungen Kosmodroms, gezeigt. „Erzählen ist die Basis für Veränderung“, sagen die Theaterleiter.

In die Saison gestartet wird mit dem Kosmodrom-Stück „Die jungen Erwachsenen“ (Premiere: 18. Jänner) von Irene Diwiak – ein Stück über die politische Bedeutung des Begriffs Familie. „Es ist ein Blick auf die ,neue Rechte‘, die Identitären, die Reichsbürger“, erklärt Dragaschnig.

 Im Jänner wird ein Gastspiel des Stücks „Die Bagage“ von Monika Helfer aufgeführt.  <span class="copyright">NINI TSCHAVOLL</span>
Im Jänner wird ein Gastspiel des Stücks „Die Bagage“ von Monika Helfer aufgeführt. NINI TSCHAVOLL

Das Frühjahr entwickelt sich laut den Theaterleitern zu einer „Köhlmeier-Helferschen Angelegenheit“. Nachdem im Jänner ein Gastspiel des Stücks „Die Bagage“ von Michael Köhlmeiers Ehefrau Monika Helfer angesetzt und gleichzeitig Werke von Sohn Lorenz Helfer ausgestellt werden, folgt im Februar Michael Köhlmeiers Bearbeitung von „Antigone“ – ein Stoff, der seit 25 Jahrhunderten immer wieder neu erzählt und interpretiert wird. Köhlmeier habe den Text auf seine ganz eigene Art und Weise umgesetzt und einen „wunderbaren Theatertext“ geschaffen. Es gehe um Fragen wie: Welche Rolle spielt der Staat, welche Rolle spielt der Mensch? Welche Schritte sind nach einem Krieg zu setzen, dass wieder Frieden einkehren kann?

Szene aus dem Stück „dieteilzeitlosen“.
Szene aus dem Stück „dieteilzeitlosen“.

Die Produktion „Fairycoin“ (Premiere: 18. April) von Natalie Baudy, die in Kooperation mit dem Ensemble Unpop auf die Bühne kommt, setzt sich mit der Kryptowelt auseinander. Das „Märchen aus der Kryptowelt“ wird von Stephan Kasimir inszeniert, für die zwölf Figuren soll ein Ensemble aus ebensovielen Schauspielern zusammengestellt werden. „Solch große Projekte könnten wir alleine nicht stemmen“, sagt Dragaschnig.

Die Theaterleiter Augustin Jagg und Hubert Dragaschnig. <span class="copyright">VN/STeurer</span>
Die Theaterleiter Augustin Jagg und Hubert Dragaschnig. VN/STeurer

Das Stück „Mondmilch trinken“ (Premiere 1. August) des Salzburger Regisseurs Josef Maria Krasanovsky ist eine Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen und dem Klagenfurter Ensemble. Das Stück ging aus dem Wettbewerb der Österreichischen Theaterallianz hervor, in dem, angelehnt an den „Freischütz“, Theatertexte zum Thema „Deal or no deal“ gesucht wurden.

Zum Abschluss des Jahres kommt das Stück „Sonny Boys“ von Neil Simon zur Aufführung. Erzählt wird die tragikomische Geschichte der besonderen Freundschaft zweier älter werdender Schauspieler. Auf der Bühne stehen werden Hubert Dragaschnig und Bernd Sracnik. „Hubert meinte, es wäre besser, wenn ich inszeniere und wir nicht gemeinsam die Sonny Boys geben“, sagt Jagg schmunzelnd.

Streaming vs. Theater

Insgesamt hoffen die Theaterleiter im kommenden Jahr auf eine starke Resonanz. „Wir würden uns wünschen, dass sich das Freizeitverhalten der Menschen wieder ändert.“ Natürlich könnten Streaming-Dienste wunderbar Geschichten erzählen. Die große Qualität des Theaters und des Kinos ist es aber, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und Positionen zu beziehen,” sagt Dragaschnig. „Das ist gesellschaftspolitisch extrem wichtig.“

Alle Infos zum Programm gibt es unter: theaterkosmos.at