Bolcoms Witz trifft auf Sibelius’ Tiefe und Nielsens Lyrik

Kultur / 03.12.2023 • 15:45 Uhr
Das dritte Konzert des Symphnieorchesters Vorarlberg fand im Festspielhaus statt. <span class="copyright">mathis fotografie</span>
Das dritte Konzert des Symphnieorchesters Vorarlberg fand im Festspielhaus statt. mathis fotografie

Vielfältige Klangwelten beim 3. Konzert des SOV im Bregenzer Festspielhaus.

bregenz Das Konzert des Symphonieorchester Vorarlbergs im Bregenzer Festspielhaus am 2. Dezember bot eine abwechslungsreiche Darbietung, welche die Vielfalt und Ausdruckskraft der klassischen Musik unterstrich. William Bolcoms “Commedia for (Almost) 18th-Century Orchestra” zeigte eine innovative Verschmelzung verschiedener musikalischer Epochen. Inspiriert von der Commedia dell’Arte, einer italienischen Theaterform, ist das Stück eine Hommage an die Musik des 18. Jahrhunderts, gewürzt mit modernen Elementen. Bolcom spielt mit Konventionen und erwarteten Mustern und schafft so ein Stück, das zugleich vertraut und überraschend ist. Die Musikerinnen und Musiker des Symphonieorchesters Vorarlberg zeigten eine beeindruckende Flexibilität und ein umfassendes Verständnis für die verschiedenen Stile, die in diesem Werk miteinander verschmelzen.

Das Symphnieorchester Vorarlberg vermischte mehrere Epochen zusammen. <span class="copyright">mathis fotografie</span>
Das Symphnieorchester Vorarlberg vermischte mehrere Epochen zusammen. mathis fotografie

Das Flötenkonzert von Carl Nielsen, virtuos interpretiert von Joséphine Olech, stellte eine wunderbare Facette des Abends dar. Das 1926 komponierte Werk ist ein Beispiel für Nielsens neoklassizistischen Stil und zeichnet sich durch seine Leichtigkeit und lyrische Schönheit aus. Olech verlieh dem Werk mit ihrer Interpretation Leichtigkeit und Eleganz. Ihre Interaktion mit dem Orchester war fließend und voller Lebendigkeit, wobei die Dialoge zwischen der Soloquerflöte und den verschiedenen Orchestersektionen besonders hervorstachen. Mit der Nocturne von Sibelius als Zugabe bedankte sich Olech beim Publikum für den großen Applaus.

Die Interaktion vom Orchester mit der Flötistin war hervorragend. <span class="copyright">mathis fotografie</span>
Die Interaktion vom Orchester mit der Flötistin war hervorragend. mathis fotografie

Die Symphonie Nr. 3 in C-Dur, op. 52, des finnischen Komponisten Jean Sibelius ist ein Werk, das die musikalische Landschaft des frühen 20. Jahrhunderts prägte. Die 1907 uraufgeführte Symphonie markiert einen Wendepunkt in Sibelius’ Kompositionsstil und zeigt seinen Übergang von der Spätromantik zur Moderne. Im Gegensatz zu seinen früheren, opulenteren Werken zeichnet sich die 3. Symphonie durch größere Klarheit und Kompaktheit aus. Sibelius verzichtet hier auf die üppigen, emotional aufgeladenen Melodien der Romantik und wendet sich stattdessen einer strengeren, thematisch konzentrierten Tonsprache zu. Diese Entwicklung spiegelt Sibelius’ Bestreben wider, eine eigene nationale Musiksprache zu schaffen, die sich von der deutschen Romantik abhebt. Die Symphonie besteht aus drei Sätzen: einem energischen ersten Satz, einem lyrischen zweiten Satz und einem lebhaften, tänzerischen Finale. Besonders bemerkenswert ist die innovative Behandlung von Themen und Motiven, die sich durch die gesamte Symphonie ziehen und eine kohärente, fast zyklische Struktur schaffen. Der erste Satz beginnt mit einem ruhigen, aber bestimmten Thema, das sich allmählich zu einer kraftvollen, rhythmisch komplexen Passage entwickelt. Der zweite Satz, ein Andantino con moto, quasi allegretto, ist von tiefer, fast meditativer Schönheit. Das Finale, ein Allegro moderato, ist lebhaft und optimistisch und endet mit einem triumphalen Höhepunkt.

Joséphine Olech verlieh dem Werk Leichtigkeit. <span class="copyright">mathis fotografie </span>
Joséphine Olech verlieh dem Werk Leichtigkeit. mathis fotografie

Dirigent Leo McFall, der seine musikalische Prägung in Finnland an der damaligen Sibelius-Akademie erhielt, verstand es meisterhaft, die feinen Nuancen und emotionalen Reflexionen des Werkes herauszuarbeiten. Die Aufführung war von einer Klarheit und Intensität geprägt, dass man fast mit Händen greifen konnte, wie sehr dem Chefdirigenten des SOV Sibelius am Herzen liegt.

Dirigent Leo McFall brachte die Emtionen rüber. <span class="copyright">mathis fotografie</span>
Dirigent Leo McFall brachte die Emtionen rüber. mathis fotografie

Die Kombination von Bolcoms Witz, Sibelius’ Tiefe und Nielsens lyrischer Schönheit, hervorragend interpretiert von McFall, Olech und dem Symphonieorchester Vorarlberg, schuf ein großartiges Erlebnis.

Es war ein Abend voller Erlebnisse. <span class="copyright">mathis fotografie</span>
Es war ein Abend voller Erlebnisse. mathis fotografie