Ende dem Patriarchat

Conni Holzer entfesselt mit ihrer Ausstellung zum Thema Femizide Emotionen.
Bregenz Ein Esstisch mit einem Messer in der Mitte der Tischplatte. Darauf ein Teller mit der Aufschrift „Hauptspeise: Brennende Wutknödel mit Es-reicht-uns-Soße“.


Die Ausstellung „Angst, Trauer, Wut – Zuhause im Patriarchat“ von Conni Holzer im Honolulu-Hotel in Bregenz, die am Donnerstag Eröffnung feierte, hat Wohnraumatmosphäre. „Damit möchte ich verdeutlichen, dass die meiste Gewalt im Privaten stattfindet“, sagt die Lustenauerin. Holzer hat sich für ihre Ausstellung kein einfaches Thema ausgesucht. Es geht um geschlechtsbezogene Gewalt, Femizide. Für die 25 getöteten Frauen in Österreich heuer sind ebenfalls Kerzen in der Ecke des Raumes aufgestellt.

STADT BREGENZ/ SERRA

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Betrachtet man die im Raum hängenden Bilder, stellt man nach kurzer Zeit fest, dass Conni Holzer selbst darauf zu sehen ist. Die Künstlerin benutzt ihren nackten Körper als Projektionsfläche. Die aufgenommenen Fotos von sich selbst hat Holzer übermalt, teilweise auch mit Aquarellpapier. Signifikant dabei ist die rote Farbe, die auf jedem Werk zu sehen ist. Sie spiegelt das Blut der verstorbenen Frauen wider. Trauer und Wut sind die Emotionen, die einen überwältigen, nicht nur beim Anblick der Bilder, sondern ebenfalls, als Holzer ihre Performance aufführt. Nackt, so wie auf den Werken, beschmiert mit roter Farbe. „Kuana brengt mi om Vol. 2“ lautet der Titel der Inszenierung. Untermalt wird diese durch ein Audio, das sie ebenfalls selbst gemacht hat. „Keiner erschießt mich. Keiner sticht mir ein Messer in den Bauch“, wiederholt sie. Als Zuschauer bleibt einem dabei ein Kloß im Hals stecken. Dann fängt die Künstlerin an, sich lange geflochtene Schnüre um die Hände zu binden, sodass sie sie schwingen kann. Sind es Peitschen oder Flügel? Oder soll das wieder das Blut repräsentieren? Erschöpft sagt sie am Schluss: „Kuana bringt mi om. I schnuf.“

STADT BREGENZ/SERRA
Im anderen Raum steht ein Bett, rechts davon ein Schrank. Es ist ein Schlafzimmer. Auf der Wand gegenüber ist eine große Leinwand, auf der ebenfalls eine Performance der Vorarlbergerin abgespielt wird.

Conni Holzer hat ihre Wut über das Thema Femizid in ihren Werken weiterverarbeitet. Durch den transmedialen Zugang ist es ihr gelungen, dass der Besucher selbst die Emotionen spürt. Die Ausstellung ist bis zum 8. Dezember im Honolulu-Hotel zu sehen.
