Ende dem Patriarchat

Kultur / 24.11.2023 • 17:15 Uhr
Holzer bei ihrer Performance bei der Eröffnung am Donnerstag. <span class="copyright">Stadt Bregenz/ Serra</span>
Holzer bei ihrer Performance bei der Eröffnung am Donnerstag. Stadt Bregenz/ Serra

Conni Holzer entfesselt mit ihrer Ausstellung zum Thema Femizide Emotionen.

Bregenz Ein Esstisch mit einem Messer in der Mitte der Tischplatte. Darauf ein Teller mit der Aufschrift „Hauptspeise: Brennende Wutknödel mit Es-reicht-uns-Soße“.

Die Ausstellung im Wohnungsambiente. <span class="copyright">pem</span>
Die Ausstellung im Wohnungsambiente. pem
Gewalt passiert oft in den vier Wänden, wo es niemand von außerhalb mitbekommt. <span class="copyright">Stadt Bregenz/Serra</span>
Gewalt passiert oft in den vier Wänden, wo es niemand von außerhalb mitbekommt. Stadt Bregenz/Serra

Die Ausstellung „Angst, Trauer, Wut – Zuhause im Patriarchat“ von Conni Holzer im Honolulu-Hotel in Bregenz, die am Donnerstag Eröffnung feierte, hat Wohnraumatmosphäre. „Damit möchte ich verdeutlichen, dass die meiste Gewalt im Privaten stattfindet“, sagt die Lustenauerin. Holzer hat sich für ihre Ausstellung kein einfaches Thema ausgesucht. Es geht um geschlechtsbezogene Gewalt, Femizide. Für die 25 getöteten Frauen in Österreich heuer sind ebenfalls Kerzen in der Ecke des Raumes aufgestellt. 

Heuer gab es 25 Femizide. Zum Schluss der Performance machten die Besucher die Künstlerin nach und legten Blumen von einem auf einem Tisch stehenden Blumenstrauß zu den Kerzen nieder. <br><span class="copyright">STADT BREGENZ/ SERRA</span>
Heuer gab es 25 Femizide. Zum Schluss der Performance machten die Besucher die Künstlerin nach und legten Blumen von einem auf einem Tisch stehenden Blumenstrauß zu den Kerzen nieder.
STADT BREGENZ/ SERRA
Femizide werden oft von den Lebensgefährten, Ex-Partnern oder einem Familienmitglied verübt. <br><span class="copyright">STADT BREGENZ/ SERRA</span>
Femizide werden oft von den Lebensgefährten, Ex-Partnern oder einem Familienmitglied verübt.
STADT BREGENZ/ SERRA

Betrachtet man die im Raum hängenden Bilder, stellt man nach kurzer Zeit fest, dass Conni Holzer selbst darauf zu sehen ist. Die Künstlerin benutzt ihren nackten Körper als Projektionsfläche. Die aufgenommenen Fotos von sich selbst hat Holzer übermalt, teilweise auch mit Aquarellpapier. Signifikant dabei ist die rote Farbe, die auf jedem Werk zu sehen ist. Sie spiegelt das Blut der verstorbenen Frauen wider. Trauer und Wut sind die Emotionen, die einen überwältigen, nicht nur beim Anblick der Bilder, sondern ebenfalls, als Holzer ihre Performance aufführt. Nackt, so wie auf den Werken, beschmiert mit roter Farbe. „Kuana brengt mi om Vol. 2“ lautet der Titel der Inszenierung. Untermalt wird diese durch ein Audio, das sie ebenfalls selbst gemacht hat. „Keiner erschießt mich. Keiner sticht mir ein Messer in den Bauch“, wiederholt sie. Als Zuschauer bleibt einem dabei ein Kloß im Hals stecken. Dann fängt die Künstlerin an, sich lange geflochtene Schnüre um die Hände zu binden, sodass sie sie schwingen kann. Sind es Peitschen oder Flügel? Oder soll das wieder das Blut repräsentieren? Erschöpft sagt sie am Schluss: „Kuana bringt mi om. I schnuf.“  

Holzer malte sich bei ihrer Performance mit roter Farbe an. <br><span class="copyright">STADT BREGENZ/SERRA</span>
Holzer malte sich bei ihrer Performance mit roter Farbe an.
STADT BREGENZ/SERRA

Im anderen Raum steht ein Bett, rechts davon ein Schrank. Es ist ein Schlafzimmer. Auf der Wand gegenüber ist eine große Leinwand, auf der ebenfalls eine Performance der Vorarlbergerin abgespielt wird. 

Auf allen Werken ist die rote Farbe dominant. <span class="copyright">pem</span>
Auf allen Werken ist die rote Farbe dominant. pem

Conni Holzer hat ihre Wut über das Thema Femizid in ihren Werken weiterverarbeitet. Durch den transmedialen Zugang ist es ihr gelungen, dass der Besucher selbst die Emotionen spürt. Die Ausstellung ist bis zum 8. Dezember im Honolulu-Hotel zu sehen. 

Die Ausstellung von Conni Holzer ist noch bis 8. Dezember von Mittwoch bis Samstag von 17 bis 22 Uhr im Honolulu-Hotel in Bregenz zu sehen. <span class="copyright">pem</span>
Die Ausstellung von Conni Holzer ist noch bis 8. Dezember von Mittwoch bis Samstag von 17 bis 22 Uhr im Honolulu-Hotel in Bregenz zu sehen. pem