Bei Blüte und Eis: Eine Hommage an Vorarlberg

Kultur / 05.11.2023 • 17:15 Uhr
Alle Mitwirkenden boten einen Streifzug durch die Zeit und die Regionen Vorarlbergs. <span class="copyright">Alle Bilder: VN/Paulitsch</span>
Alle Mitwirkenden boten einen Streifzug durch die Zeit und die Regionen Vorarlbergs. Alle Bilder: VN/Paulitsch

Der Bregenzer Männerchor präsentierte seine neueste CD im Rahmen eines Konzerts im Festspielhaus.

von Thomas Schiretz

Bregenz Unter dem Motto „Bi Bluest und Is“ („Bei Blüte und Eis“), ein Textfragment aus Vorarlbergs heimlicher Landeshymne „s’Hoamatle“ von Kaspar Hagen, stand nicht nur das Konzert des Bregenzer Männerchors, sondern dies ist auch der Titel der neuesten CD des Bregenzer Klangkörpers. Das Konzert war eine Hommage ans „Ländle“ und zugleich eine „Hitparade“ mit Vorarlberger Liedern von Vorarlberger Komponisten der letzten 200 Jahre. Altbekanntes wechselte sich ab mit traditionellen Volksliedern, rhythmische Rap-Arrangements mit Hitparadenstürmern, musikalische Ohrwürmer mit Kulthits.

Stefan Marent, Kassier Karl-Heinz Ender, Chorleiter Michael Schwärzler, 1. Vorstand Kurt Deuring und Initiator Kuno Wohlgenannt.
Stefan Marent, Kassier Karl-Heinz Ender, Chorleiter Michael Schwärzler, 1. Vorstand Kurt Deuring und Initiator Kuno Wohlgenannt.

Mit ins Boot holte man sich so zugkräftige Namen wie „Zündschnur“ Ulli Troy, oder Philipp Lingg, der als Komponist und Texter mit seinen Holstuonar 2012 mit dem Amadeus Austrian Music Award für den „Song des Jahres“ „Vo Mello bis ge Schouppornou“ ausgezeichnet worden ist, sowie Gitarrist Thomas Ruez, die Zitherspielerin Luzia Richter, den Alphornbläser Manuel Zagrajsek, den Toni-Russ-Preisträger, Musiker, Arrangeur und Urgestein der Vorarlberger Musikszene Rolf Aberer mit Band und den Superar-Kinderchor der Musikschule Bregenz.

Zitherspielerin Luzia Richter.
Zitherspielerin Luzia Richter.

Die musikalische Seele Vorarlbergs

In einer zweistündigen Performance, die sehr kurzweilig war, wurde ein breitgefächertes Programm geboten, wobei das Lied „‘S Wäldarbähnle“ (arr. von M. Neunteufel) den Anfang- bzw. Schlussakkord setzte. Der ca. 50 Männer zählende Chor war durch ihren Leiter und Dirigenten Michael Schwärzler hervorragend auf dieses Ereignis vorbereitet worden, exakt waren die Einsätze und die Stimmführer waren bestens trainiert. Großes Lob gebührt vor allem den Arrangeuren, Michael Neunteufel und Rolf Aberer, der speziell zu „Müsle gang ga schlofa“ (Weinzierl/Bertolini) eine unglaublich zarte und feinstimmige Instrumentalisierung geschaffen hat. Ein Ohrenschmaus besonderer Güte.

Komponist und Texter Philipp Lingg stand ebenfalls mit auf der Bühne.
Komponist und Texter Philipp Lingg stand ebenfalls mit auf der Bühne.

Neben den 16 Liedern, die in der Abendprogrammbroschüre aufgelistet waren, kamen aber im Laufe des Abends noch weitere „musikalische Überraschungen“ hinzu, so zum Beispiel das „Botoxlied“ von Philipp Lingg, „gewidmet allen Schönheitschirurginnen und -chirurgen dieser Welt, so Lingg, mit dem gehörfälligen Refrain, den das Publikum mitsang: „Nase zu groß, Brust zu klein, come on baby, da muss Silikon/Botox rein.“ „Reiseachtl“ von Ulli Troy, oder der stimmungsvolle Folk/Blues-Song „Sometimes“ von Thomas Ruez. Die ganze Klasse zeigte Rolf Aberers Band beim Song „Ghörig“ (Penetrante Sorte), gerappt von Philipp Lingg, groovig und funkig wurde gejamt, was das Zeug hielt und in „Vollklangsoundqualität“ à la Beach Boys präsentierte der Männerchor Ulli Troys „FKK ador Subrsa“.

„Zündschnur“ Ulli Troy war am Freitagabend ebenfalls mit dabei.
„Zündschnur“ Ulli Troy war am Freitagabend ebenfalls mit dabei.

Etwas zu antiquiert wirkten die „Tanzeinlagen“ der jungen Damen speziell zu den Liedern „Strumpfbandgürtelblues“ (Köhlmeier/Bilgeri) oder „FKK ador Subrsa“ (Stemmeisen/Zündschnur). Mit dem Lied „Uf da Berga ischt mi Läba“ (Lutz/Briem) oder „Brunälla“ (Wiederin), die Blume des Jahres 2023, wurde auch auf die weltweite Klimaveränderung eingegangen; begleitet durch ein Video im Hintergrund (Gletscherschmelze) und aus dem Off ertönten die Worte: „Werden unsere Kinder noch unsere Lieder singen?“

„Tanzeinlagen“ der jungen Damen.
„Tanzeinlagen“ der jungen Damen.

„Die Idee zu dieser CD wurde vor ca. 2 Jahren geboren“, so Obmann Kurt Deuring, der sich begeistert von der Liederauswahl zeigte, für ihn ein „wunderbarer Streifzug durch Zeit und Regionen Vorarlbergs und Ausdruck für die Kreativität und Vielfalt des musikalischen Schaffens dieses Landes.“ Die Leidenschaft der Sänger übertrug sich auf das Publikum im vollbesetzten Festspielhaus, das die Darbietung mit langanhaltendem Applaus quittierte.

CD „Bi Bluest und Is“

Buchhandlung Brunner / Das Buch Messepark Dornbirn

www.bregenzer-maennerchor.at

Das Bregenzer Festspielhaus war gut besucht.
Das Bregenzer Festspielhaus war gut besucht.