Jon Klassen erzählt Tiroler Volksmärchen neu

Bilderbuch Jon Klassen entdeckte das Tiroler Volksmärchen „Das Totenköpflein“ in einer Bibliothek in Alaska. Es gefiel ihm. Als er Monate später die Geschichte nochmal las, wunderte er sich über das Ende. In seinem Kopf war es anderes abgespeichert. Dies erzählt der Autor und Illustrator in seinem Bilderbuch. Otilla lief und lief, bis sie tief im Wald ein altes Haus findet, in dem ein Totenkopf wohnt. Die beiden freunden sich an und das Mädchen darf über Nacht bleiben. Doch der Totenkopf warnt: Nachts suche ihn ein kopfloses Gerippe heim, das ihn einfangen wolle. Kurzerhand stößt das Mädchen das Skelett in die Tiefe, verbrennt die Knochen und lässt die Asche im bodenlosen Loch verschwinden. An dieser Stelle bricht Klassen mit dem Original. Der Totenkopf verwandelt sich nicht in eine wunderschöne Frau in Weiß. Alles bleibt, wie es ist: Die beiden leben fortan glücklich und zufrieden im Haus. Klassen setzt bei positiven Gefühlen rötliche Farbe zwischen die Grautöne. Etwa als der Totenkopf das Mädchen ins Haus bittet. Es wird warm ums Herz. CRO
Der Totenkopf, Jon Klassen, NordSüd Verlag, 112 Seiten, ab 4 Jahre