Eine konzeptionelle Reise von Erde zu Eisen

Camera Miracula von den Objektkünstlerinnen Maria Jansa und Uta Belina Waeger.
Vaduz Die Konzeptkunstausstellung “Camera Miracula” im Kunstraum Liechtenstein offenbart eine Konfrontation und Symbiose der beiden Objektkünstlerinnen Maria Jansa und Uta Belina Waeger. In einem experimentellen Unterfangen nehmen die Künstlerinnen den Besucher mit auf eine Reise vom Ich zum Du, vom Irdischen zum Metallischen. Der Prozess, auf den sich die Künstlerinnen einlassen, ist eine Reise, die die Grenzen konventioneller Kunst überschreitet.

In einem großen weißen, fensterlosen Raum von ca. 27 x 14 Metern entfaltet sich ein visuelles Drama, das die kühle Strenge des Eisens mit der organischen Wärme der Erde verbindet. Jansa und Waeger präsentieren ihre individuellen Arbeiten, doch im Austausch zwischen ihnen entstehen neue, symbiotische Formen, die die Gestaltungsprinzipien des jeweils anderen erforschen und herausfordern.
Der erste Teil der Ausstellung ist eine Einzelpräsentation. Direkt gegenüber dem Eingang befinden sich zwei kleine Einzelarbeiten an der Wand einer begehbaren Box, einem Raum im Raum. An den Flanken des Raumes eröffnen sich skulpturale Bildfolgen, die eine Art Dialog zwischen unterschiedlichen Materialien und Formen zeigen. Kreisrunde keramische Rahmenreliefs und mit Papier bespannte Eisenringe treten in ein visuelles Spiel, das die Gesetze der Schwerkraft und des Raumes herausfordert.

Im Segment “Waldgedicht” verbinden sich sieben zylindrische, ein Meter hohe Sockel in Schwarz und Cremeweiß mit raumhohen „Faden“-Säulen zu einer Waldszenerie, die die Werke der Künstlerinnen auf ungewöhnliche Weise aufnimmt und präsentiert. Das anschließende Segment “Chaos” stellt eine transparente Wand dar, hinter der sich ein Treiben von schwerem, scharfem Gerät gegen stabile, harte Panzer abspielt. Ordnung folgt auf Chaos, Einzelteile formieren sich zu Reihen und Gittern, eine strenge Organisation beruhigt den Raum. Das Segment “Feldgespräch” zeigt archaische Objekte, die in erdigen Spiralwindungen mit kantigen Feldwerkzeugen in Dialog treten und sich am hinteren Ende in leichte Drahtlemniskaten verwandeln.

Herzstück der Ausstellung ist die “Camera Miracula”, ein geheimnisvoller, dunkler Raum, der an die Cella eines griechischen Tempels, die Unterkirche einer mittelalterlichen Kathedrale oder eine Wunderkammer aus dem 16. Jahrhundert erinnert: Auf weißen Podesten sind bizarre Objekte der beiden Künstlerinnen ineinander verschlungen und erinnern bei intimer Punktbeleuchtung an Fetische.
Die Ausstellung läuft bis zum 17. Dezember 2023 und wird von einer Reihe von Veranstaltungen begleitet, darunter ein Abend mit Percussion und Poesie sowie ein etwas anderer Rundgang durch die Ausstellung mit Gesprächen mit den Künstlerinnen Jansa und Waeger. Die Abschlussveranstaltung am 17. Dezember bietet bei Glühwein und Adventsbrot mit den Künstlerinnen einen stimmungsvollen Ausklang des kreativen Dialogs zwischen Erde und Eisen.
Maria Jansa und Uta Belina Waeger
Camera Miracula
Erde > < Eisen – Installationen im Raum
www.kunstraum.li
Vom 25. Oktober bis 17. Dezember 2023