Ein zeitloses Meisterwerk

Kultur / 11.10.2023 • 14:55 Uhr
Erich Kästners Roman "Fabian" wurde für das Theater adaptiert.   <span class="copyright">Anja Köhler</span>
Erich Kästners Roman "Fabian" wurde für das Theater adaptiert. Anja Köhler

Erich Kästners “Fabian” im Vorarlberger Landestheater.

Bregenz Erich Kästner hat mit “Fabian” ein zeitloses Meisterwerk geschaffen, das auch nach fast 90 Jahren nichts von seiner Aktualität und Relevanz verloren hat. Das 1931 erstmals erschienene Buch erzählt die Geschichte des jungen Werbetexters Jakob Fabian, der im Berlin der Weimarer Republik seinen Platz in der Welt sucht. Der Roman bietet eine perfekte Grundlage für Max Merker und Aaron Hitz, die zuletzt mit “Kafka in Farbe” ihr Gespür für absurde und hintergründige Komik bewiesen haben und nun “Fabian” auf die Bühne des Vorarlberger Landestheaters bringen.

Der großartige Schriftsteller Erich Kästner.  <span class="copyright">Landestheater Vorarlberg</span>
Der großartige Schriftsteller Erich Kästner. Landestheater Vorarlberg

Der Roman spielt in der turbulenten Zeit, als Berlin noch das pulsierende Herz Europas war. Die von wirtschaftlicher Instabilität und gesellschaftlichem Wandel geprägte Stadt bildet den Hintergrund für Fabians Suche nach Identität und Sinn. Kästner zeichnet ein eindrucksvolles Bild dieser Zeit, das auch heute noch fasziniert.

"Fabian" spielt in der Zeit, als Berlin das pulsierende Herz Europas war.  <span class="copyright">Anja Köhler</span>
"Fabian" spielt in der Zeit, als Berlin das pulsierende Herz Europas war. Anja Köhler

Fabian ist ein Anti-Held, ein intellektueller Beobachter, der sich in einer Welt wiederfindet, die ihre moralischen Werte zu verlieren droht. Seine Begegnungen und Erlebnisse mit Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten, wie dem zwielichtigen Freund Labude oder der geheimnisvollen Cornelia, verleihen dem Roman eine nachhaltige Tiefe. Erich Kästner, bekannt für seinen scharfen Humor und seine genaue Beobachtungsgabe, nutzt in “Fabian” die Erzählperspektive des Ich-Erzählers, um dem Leser Fabians Gedanken und Empfindungen näher zu bringen. Dabei spart er nicht an Gesellschaftskritik und satirischer Schärfe. Kästner zeigt das Scheitern einer Generation, die von den politischen Entwicklungen der Zeit überrollt wird.

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Obwohl “Fabian” als Roman der Weimarer Republik beginnt, lassen sich viele seiner Themen und Fragen auf die heutige Zeit übertragen. Sinnsuche, Identitätskrise, Entfremdung in der Großstadt und das Ringen um moralische Werte sind nach wie vor aktuell.

Johanna Köster und Aaron Hitz.  <span class="copyright">Anja Köhler</span>
Johanna Köster und Aaron Hitz. Anja Köhler

In einer Welt, die sich ständig verändert, erinnert “Fabian” daran, dass diese Fragen zeitlos sind. Seit seinem Erscheinen hat “Fabian” viele Generationen von Lesern fasziniert. Es ist ein Buch, das dazu anregt, über die eigene Existenz nachzudenken und die Gesellschaft kritisch zu hinterfragen.

Aaron Hitz mit Maximilian Kraus.  <span class="copyright">Anja Köhler</span>
Aaron Hitz mit Maximilian Kraus. Anja Köhler

Am kommenden Freitag, den 13. Oktober, um 19.30 Uhr wird das Ensemble – bestehend aus Gilbert Handler, Aaron Hitz, Johanna Köster, Maximilian Kraus und Milva Stark – gemeinsam mit Damian Hitz, der für das Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich ist, den Roman “Fabian” auf die Bühne bringen. Die begleitende Musik von Gilbert Handler und das Lichtdesign von Simon Tamerl runden die Premiere im Großen Haus des Vorarlberg Landestheaters ab.

Erich Kästner „Fabian“

Inszenierung Max Merker

Bühne und Kostüm Damian Hitz

Musik Gilbert Handler

Licht Simon Tamerl

Mit Gilbert Handler, Aaron Hitz, Johanna Köster, Maximilian Kraus, Milva Stark

Koproduktion mit dem TOBS Theater Orchester Biel Solothurn

Vorstellungen: So, 15.10. / Mi, 18.10. / Fr, 29.12. / Sa, 20.1. und Di, 23.1., 19.30 Uhr, Großes Haus

Silvestervorstellung: So, 31. Dezember, 18 Uhr , Großes Haus

Vormittagsvorstellung: Mittwoch, 18. Oktober, 10 Uhr, Großes Haus

Publikumsgespräch: Mittwoch, 18. Oktober, im Anschluss an die Vorstellung, T-Café (Eintritt frei)