Eine Viertelmillion Zuschauer bei Bregenzer Festspielen

Die Oper von Giacomo Puccini konnte eine Auslastung von 99 Prozent verzeichnen.
Bregenz Mit voraussichtlich rund 249.000 Gesamtbesuchern geht am Sonntagabend die 77. Saison der Bregenzer Festspiele zu Ende. In fünf Wochen standen 80 Veranstaltungen auf dem Programm. Publikumsmagnet war einmal mehr das Spiel auf dem See mit „Madame Butterfly“. „So viel von dem, was wir uns vorgenommen haben, ist aufgegangen“, so Intendantin Elisabeth Sobotka.

Dem Team sei es gelungen, im Gegenentwurf zu „Rigoletto“ 2019/20 mit Cio-Cio-San die Emotionalität einer einzigen Figur zum Leuchten zu bringen, das Licht sei der Schlüssel dazu gewesen. Rund 179.000 Besucherinnen und Besucher sahen die Oper von Giacomo Puccini, das entspricht einer Auslastung von 99 Prozent bei insgesamt 26 Vorstellungen.

Damit haben in zwei Spielzeiten insgesamt rund 346.000 Menschen die Seebühneninszenierung von Andreas Homoki erlebt.

Die Oper im Festspielhaus „Ernani“ in der Inszenierung von Lotte de Beer verzeichnete in drei Vorstellungen 4.563 Besucherinnen und Besucher, was einer Auslastung von 99 Prozent entspricht. Das Publikum vertraut den Festspielen inzwischen auch außerhalb der Hauptproduktionen. Wenn der See funktioniere, könne man auch im übrigen Programm mutiger sein, so der kaufmännische Direktor Michael Diem. Die fünf Orchesterkonzerte waren zu 86 Prozent ausgelastet, die beiden zeitgenössischen Musiktheater „The Faggots and Their Friends Between Revolutions“ und „Die Judith von Shimoda“ zu 89 Prozent.

Fast ausverkauft waren „Die schöne Müllerin“ und „Zwischen Himmel und Erde“. Gut besucht waren auch „Musik & Poesie“ und „Wiener Symphoniker – ganz persönlich“. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich die Vermittlungsangebote der Festspiele. Rund 12.000 Besucherinnen und Besucher kamen zu Bühnenpräsentationen, Festspielfrühschoppen, Werkstattgesprächen oder dem Tag der Wiener Symphoniker, 26.000 zu Führungen.

Die beiden Programmreihen „Musik & Poesie“ und „Wiener Symphoniker – ganz persönlich“ waren mit einer Gesamtauslastung von 95 Prozent und rund 1.000 Besucherinnen und Besuchern wieder sehr gut besucht.

Begeistert zeigte sich Sobotka vom Opernstudio, in dem junge Sänger Massenets „Werther“ einstudierten. Ein Wermutstropfen war die Absage des Gastspiels „Der zerbrochene Krug“ des Deutschen Theaters wegen einer Erkrankung des Hauptdarstellers Ulrich Matthes.

Während es im Vorjahr vier Regenabsagen gab, musste in diesem Jahr trotz häufiger Niederschläge an 26 Spieltagen nur eine Vorstellung sechs Minuten vor Schluss abgebrochen werden. Diem: „Wir hatten oft das Glück, dass es während der Aufführungszeit sehr wenig geregnet hat. Es gab eine Aufführung, da hat es zweimal eine Minute lang richtig stark geregnet. Aber wir haben einfach weitergespielt, die Vorstellung konnte zu Ende gespielt werden, und es gab einen riesigen Schlussapplaus. Aber schlimmer als der Regen waren die Temperaturen, wir hatten Aufführungen bei 12 Grad. Das ist sehr unangenehm für das Publikum, aber natürlich auch für die Sängerinnen und Sänger, vor allem für die Madame Butterfly, die ja fast die ganze Zeit auf der Bühne steht.“

Der Vorverkauf für die kommende Saison beginnt am 2. Oktober. „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber in der Inszenierung von Philipp Stölzl steht 25 Mal auf dem Spielplan, Premiere ist am 17. Juli 2024. Als Oper im Festspielhaus feiert Rossinis „Tancredi“ am 18. Juli Premiere. Bereits am Montagvormittag beginnen die Arbeiten für den Aufbau des neuen Bühnenbildes – „es wird ganz anders!“ – und die Sanierung der Seebühne.

„Wir freuen uns sehr über die Finanzierungszusagen von Bund, Land und Stadt“, sagte Festspielpräsident Metzler zu den Bauarbeiten. Die öffentliche Hand trägt 70 Millionen Euro, die Festspiele selbst 10 Millionen Euro der Gesamtkosten von 80 Millionen Euro.