Was uns wichtig ist

Die Ausstellung „Was uns wichtig ist! Herausforderung Kulturerbe“ war eine Sonderausstellung im 4. Obergeschoss des vorarlberg museums. DANIEL FURXER
Künstlerische Perspektive auf unser Kulturerbe.
Feldkirch Das kulturelle Erbe ist ein Thema von zeitloser Bedeutung, das uns mit unserer Vergangenheit und unserer Identität verbindet. Angesichts der aktuellen Debatte über den Umgang mit Kulturerbe und dessen Inklusivität erscheint die Publikation “Kulturelles Erbe. Was uns wichtig ist.”, die von den Künstlerinnen Christa Benzer und Sabine Benzer herausgegeben wurde, als ein wertvoller Beitrag zur Erweiterung dieser Diskussion.

Die Publikation ist das Ergebnis zweier erfolgreicher Ausstellungen im Volkskundemuseum in Wien und im vorarlberg museum. Das Buch präsentiert spannende Texte von Expertinnen und Experten aus den Bereichen zeitgenössische Kunst und Kulturerbe. Es zeigt eindrucksvoll, wie zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler das kulturelle Erbe aktivieren und mit neuen Perspektiven versehen.

Der Verein Relevanzen, initiiert und geleitet von Christa Benzer und Sabine Benzer, hat sich zum Ziel gesetzt, einen fruchtbaren Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und Kulturerbe zu fördern. In einer Zeit, in der eine kritische Hinterfragung des Begriffs “kulturelles Erbe” notwendig ist, setzt sich der Verein für einen vielfältigen und demokratischen Umgang mit diesem Erbe ein.

Die Publikation enthält anregende Gespräche mit namhaften Expertinnen und Experten wie Aleida Assmann, Konrad Paul Liessmann, Franz Schuh, Bernhard Tschofen und Ruth Wodak, die die Grundlage für dieses umfassende Projekt bilden. Ein wichtiger Aspekt der Publikation ist die Beziehung zwischen kulturellem Erbe und zeitgenössischer Kunst. Drei Experten auf diesem Gebiet liefern dazu herausragende Beiträge.

Der Autor Christian Höller beleuchtet eindrucksvoll den Begriff des “unsettled heritage” als produktive “Beunruhigung oder Störung”. Er zeigt, wie das Erbe durch künstlerische Interventionen in Bewegung gehalten und so eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ermöglicht wird.
Muhammet Ali Bas reflektiert in seinem Text über visionäre Imaginationen und die Auseinandersetzung mit den Gedichten des Autors Kundey Surdum. Er plädiert für eine fiktionale Schreibpraxis, um eine bessere Zukunft vorstellbar zu machen.

Cornelia Offergeld liefert einen spannenden Beitrag zur Denkmaldebatte und stellt die Frage nach einem möglichen “Ende des Denkmals”. Sie betont die Rolle der Künstlerinnen und Künstler, die Erinnerungslandschaften aktiv gestalten und individuelle Denkprozesse anstoßen sollen. Die Publikation stellt 22 zeitgenössische künstlerische Positionen vor, die sich auf vielfältige Weise mit dem kulturellen Erbe auseinandersetzen. In einer Zeit, in der die Debatte über die Aktualisierung des kulturellen Erbes an Bedeutung gewinnt, bietet diese Publikation eine bereichernde Perspektive. Sie regt dazu an, kulturelles Erbe nicht nur zu bewahren, sondern durch zeitgenössische Kunst lebendig zu halten und für künftige Generationen weiterzuentwickeln.
“Kulturelles Erbe. Was uns wichtig ist.” ist eine Pflichtlektüre für alle, die sich für die Verbindung von zeitgenössischer Kunst und Kulturerbe interessieren. Die Publikation leistet einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Diskussion um die Bedeutung und Neudefinition des gemeinsamen kulturellen Erbes.