Diese Kunstwerke hat sich das Land Vorarlberg gesichert

Kunstankäufe des Landes, die im Kunstraum Remise in Bludenz ausgestellt sind, sind bunt und vielfältig.
Bludenz “Es sind weniger, dafür aber größere Werke geworden”, erklärt Kulturamtsleiter Winfried Nussbaummüller. Er spricht dabei von den Kunstankäufen, die das Land Vorarlberg im Jahr 2022 getätigt hat.
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Die Kunsthistorikerin, Kulturmanagerin und Kuratorin Andrea Fink sowie die Kuratorin und Kulturarbeiterin Isabella Marte, die noch bis 2024 das neue Ankäuferinnen-Team bilden, haben insgesamt 15 Werke von Vorarlberger Künstlerinnen und Künstler für die Sammlung des Landes erworben. Bereits zum siebten Mal werden die Werke im Kunstraum Remise in Bludenz ausgestellt, bevor sie im neuen Depot des Vorarlberger Museums in Hard landen. Mit der bewährten Ausstellung in Bludenz will man Transparenz in den Ankaufsprozess bringen und den Kunstschaffenden eine Plattform bieten. “Der Ort ist genau richtig. Damit können wir ein Zeichen setzen und zeigen, dass zeitgenössische Kunst auch hier zu Hause ist”, unterstreicht Winfried Nussbaummüller. Es sei wichtig, dass die Werke nicht in der Schublade landen, sondern auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Rund 40 Anträge für Ankäufe sind im vergangenen Jahr eingegangen. Den beiden Ankäuferinnen stand erstmals das im vergangenen Jahr von 100.000 auf 120.000 Euro erhöhte Ankaufsbudget zur Verfügung. Ausgewählt wurden Werke von elf Künstlerinnen und vier Künstlern. “Für mich ist die Sammlung des Landes Vorarlberg ein Archiv. Ein Archiv strebt immer in die Zukunft, weil es eine Ressource für zukünftige Ausstellungen ist. Daher ist es für uns ein großes Anliegen, dass diese Ankäufe auch sichtbar gemacht werden.” Die Ankäufe seien vielseitig und thematisch breit gefächert, führt Andrea Fink aus. Man habe sich die Frage gestellt, welche Werke auch gesellschaftspolitisch für Vorarlberg interessant sind.

Neben klassischen Positionen wie der Zeichnung “Verdichtung” von Albrecht Zauner oder der Papierarbeit “In The Buff” von Ina Fasching ist in diesem Jahr auch die Konzeptkunst vertreten. Angekauft wurde etwa ein Objekt von Peter Lederer. Mit einer Schere hat der Künstler 7390 Foto-Negative aus seinem fotografischen Archiv der letzten 30 Jahre geschreddert, um sie in einem Glaszylinder zur Schau zu stellen. Von Sara-Lisa Bald ist als Erstankauf eine Videoarbeit zu sehen, die das Thema Identität behandelt.

Eine performative Arbeit stammt von Andrea Salzmann, die mächtige Papierrollen, bedruckt mit Auszügen aus feministischen Reden und Pamphleten, zeigt – die auch performativ zum Einsatz kommen können. “Es war uns wichtig, dass auch performative Arbeiten in die Sammlung kommen, die auch als Ausstellungsobjekt funktionieren”, erzählt Fink. Von Edith Hofer wurde das große Textilobjekt “Innen” angekauft. “Im ersten Moment ist eine Vulva zu sehen, aber das Geschlechtsorgan kann auch Ausdruck für Emotionen und sich Zurückziehen sein.”

Vertreten sind auch Ankäufe von komplexen Werkgruppen, wie jene von Künstlerin Carmen Pfanner. Ihre 31-teilige Installation “Kraftwerk” ist zwischen 2003 und 2013 entstanden. Für die Ausstellung im Kunstraum Remise wurden 13 Teile ausgewählt. 2024 soll das Werk im Atrium des Vorarlberg Museums zur Gänze zu bestaunen sein, inklusive der Dokumentation, die als Schenkung an das Museum ging.
Kunstankäufe des Landes
– Ankaufsbevollmächtigte: Andrea Fink (Kunsthistorikerin, freischaffende Kulturmanagerin und Kuratorin) und Isabella Marte (Kuratorin und Kulturarbeiterin)
– Budget: 120.000 Euro
– Werke von elf Künstlerinnen und vier Künstlern
– Ankäufe folgender Kunstschaffender: Sara-Lisa Bals, Ina Fasching, Edith Hofer, Christine Katscher, Ulli Knall, Peter Lederer, Christoph Luger, Carmen Pfanner, Mila Veljaća Plaickner, Miriam Prantl, Rainer Rainer, Andrea Salzmann, Veronika Schubert, Amrei Wittwer, Albrecht Zauner
– Ausstellungskooperation von allerArt Bludenz, Vorarlberg Museum und der Kulturabteilung des Landes Vorarlberg
– Sämtliche Ankäufe sind im Kunstraum Remise in Bludenz ausgestellt
– Ausstellungsdauer: 27. April bis 11. Juni 2023, Öffnungszeiten: Mi bis So sowie feiertags von 15 bis 18 Uhr
– Künstlerinnengespräch und Frühstück: Samstag, 29. April 2023, ab 10 Uhr im Kunstraum Remise, mit Sara-Lisa Bals, Edith Hofer, Ulli Knall, Christine Katscher, Miriam Prantl und Amrei Wittwer, moderiert von Andrea Fink







