Zwischentöne wollen Qualität der Nähe schaffen

Die Montforter Zwischentöne widmen sich in diesem Jahr den Themen Sehnsucht und Verwandlung.
feldkirch Was ist der Weg in eine gute Zukunft? “Unsere Antwort darauf ist, dass wir uns auf unsere Ressourcen konzentrieren wollen, denn wir sind im Moment hypnotisiert von unseren Defiziten”, erklärt Hans-Joachim Gögl, künstlerischer Co-Leiter der Montforter Zwischentöne.
Eben jene Zeit der Transformation legte den Grundstein für das diesjährige Motto. Unter dem Thema “Sehnsucht und Verwandlung” laden die “Zwischentöne” im Herbst zu einem vielfältigen Musikgenuss im Zusammen- sowie Wechselspiel mit anderen Künsten und gesellschaftspolitischer Reflexion. Man wolle mit unterschiedlichen Formaten eine Qualität der Nähe schaffen, sagt Gögl. Der eigene Anspruch regionaler Verbundenheit bei zugleich grenzüberschreitender Anziehungskraft hat sich bewährt und das Festival ebenso stark in Vorarlberg verankert wie diesem international einen ausgezeichneten Ruf verschafft. Musikalische Größen aus nah und fern treten dabei miteinander wie auch mit Persönlichkeiten aus Kunst, Theater und Literatur, Wissenschaft und Medien in einen kreativen Prozess und Dialog. Das Festival verbinde heimische Musikschaffende mit Solistinnen und Solisten aus ganz Europa, sagt Co-Leiter Folkert Uhde.

Bewährt habe sich etwa die Zusammenarbeit mit “Ensembles in Residence”. Als Veranstalter stelle man sich die Frage, wie man etwa mit der erheblichen Reisetätigkeit oder mit dem Ressourcenverbrauch von einmalig errichteten Bühnen umgehe. “Damit wollen wir ein Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten und gleichzeitig Beziehungen stärken”, sagt Gögl. Eingeladen wurde die Company of Music, Österreichs einziges professionelles Vokalensemble, das bei den Zwischentönen gleich fünf Formate gestalten wird.
Zu den weiteren Künstlern zählen der Jazzmusiker Bugge Wesseltoft, die Sängerin Ghalia Benali, der Musiker Marino Formenti oder auch der als Mitglied vieler Barockensembles fungierende Oboist und Dirigent Alfredo Bernardini. Neben den musikalischen Größen wird die niederländische Künstlerin Roos van Haaften mit Licht- und Schatten-Performance bezaubern und die Journalistin Alexandra Föderl-Schmid eine Totenrede auf das Faktische halten. Zu hören sein wird auch Ariadne von Schirach, eine deutsche Philosophin. An ‚drei Abenden der Weisheit‘ im neuen Format “Labor für Wandel” treten weiters Toni Innauer, die Philosophin Melanie Wolfers sowie Politikwissenschaftler Anton Pelinka in einen reflexiven Dialog mit der Musik.

Als einer der Höhepunkte bezeichnen die Kuratoren die Aufführung des Oratoriums von Georg Friedrich Händel “Der Triumph der Zeit”. Dabei wird das Vorarlberger Barockorchester Concerto Stella Matutina eine federführende Rolle einnehmen. Die Veranstaltungsorte beschränken sich nicht nur auf Feldkirch, sondern schließen das Kunsthaus Bregenz sowie die Kulturbühne Ambach ebenso mit ein wie Küchen in ganz Vorarlberg.
Montforter Zwischentöne: 1. bis 30. November; Dom St. Nikolaus, Altes Hallenbad, Stella Vorarlberg, KUB, Kulturbühne Ambach. Programm: montforterzwischentoene.at