“Luaga & Losna”: Ein bezaubernder Kampf um Wasser

Kultur / 08.09.2022 • 20:00 Uhr
„Abana B’Amazi / Die Kinder von Amazi“ wurde im Ramschwagsaal in Nenzing gezeigt.  <span class="copyright">Hubert Amiel</span>
„Abana B’Amazi / Die Kinder von Amazi“ wurde im Ramschwagsaal in Nenzing gezeigt. Hubert Amiel

„Luaga & Losna“ überrascht mit grandiosem Kindertheater aus Afrika.

Nenzing Das Theaterfestival „Luaga & Losna“ hat auch am Mittwoch wieder Spektakuläres für Kinder und Erwachsene geboten. „Abana B’Amazi / Die Kinder von Amazi“ ging im Ramschwagsaal in Nenzing über die Bühne.

Schon der Beginn überraschte. Es gab keinen Einlass, die Zuschauer wurden am Haupteingang abgeholt, einmal rund um das Gebäude geführt und landeten beim Bühneneingang. Auf der etwas schmalen Hinterbühne wurden sie von einem der Schauspieler auf den Boden platziert, was vor allem den Kleinen gefiel. Der Schauspieler unterhielt sich mit dem Publikum vor einer großen Wassertonne, aus der kein Wasser mehr kam. Anschließend durfte jeder einzelne Zuschauer durch die Wassertonne hindurch und über die Vorderbühne in den Zuschauerraum.

Mit Gesang, Trommeln, Akrobatik wurde die Rolle des Wassers erkundet.
Mit Gesang, Trommeln, Akrobatik wurde die Rolle des Wassers erkundet.

Das Ensemble IshyoArts Centre/Ruanda und Théatre du Papyrus/Belgien geht in dem Stück auf die Suche nach Wasser. Alle Seen sind ausgetrocknet und die Flüsse fließen nicht mehr. Aber warum hat das Wasser die Felder und das Land verlassen? Die Bäume tragen keine Früchte mehr und die Felder kein Getreide. Der kleinste Funke würde die ganze Erde in Brand stecken und alles zerstören. Wie kann dieses Land wieder die Harmonie finden, die es vorher kannte?

Mit Gesang, Trommeln, Akrobatik wurde die Rolle des Wassers erkundet, die Ursachen und Folgen des Wassermangels erforscht, sowie die Frage nach dessen Überwindung gestellt.

Die Schauspieler sprechen Englisch und in afrikanischen Sprachen, machen Tourneen in Afrika und in Europa.
Die Schauspieler sprechen Englisch und in afrikanischen Sprachen, machen Tourneen in Afrika und in Europa.

Großes Staunen kam bei den Kindern beim Regenmacher auf. Dieser erzeugte durch Reiben der Griffe eines Metallgefäßes Töne und durch Vibration spritzte Wasser aus dem Kessel. Hinterher durfte jedes Kind (und auch die Erwachsenen) das „Regenmachen“ selbst ausprobieren. Möglich wurde diese besondere Aufführung durch eine Kooperation mit dem Zürcher Theater Spektakel, bei dem das Ensemble derzeit gastiert.

Die Schauspieler, die Tourneen in Afrika und Europa machen, sprachen Englisch und afrikanische Sprachen. Jeder der Schauspieler kommt aus einem anderen afrikanischen Land. Deshalb dauerten die Proben auch „eine sehr lange Zeit“. Daraus entstand eine bezaubernde Vorstellung – Kindertheater einmal ganz anders.

Ein sehr kleines Mädchen sagte lachend nach der Vorstellung: „Ich hab alles verstanden, obwohl ich kein Englisch kann.“

Yasmin Ritter