Zurück in eine Welt mit zwei Realitäten

Kultur / 22.12.2021 • 19:39 Uhr
18 Jahre nach „Matrix Revolutions“, kommt Teil 4 in die Kinos. Mit dabei ist wieder Keanu Reeves. AP
18 Jahre nach „Matrix Revolutions“, kommt Teil 4 in die Kinos. Mit dabei ist wieder Keanu Reeves. AP

“Matrix Resurrections” setzt legendäre Kinotrilogie der Jahrtausendwende fort.

Action Es ist neben dem neuen „James Bond“ wohl das spannendste Kinoereignis 2021, das nach Coronaverschiebung am Donnerstag endlich auf die Leinwände kommt: „Matrix Resurrections“ setzt die legendäre Kinotrilogie der Jahrtausendwende fort. Mit einem guten Teil der im doppelten Wortsinn alten Gesichter und derselben Grundfrage nach der Realität unserer Realität. Eine selbstreferenzielle Sci-Fi-Wucht, die den Vorgängerfilmen in nichts nachsteht, diese aber auch nicht übertrifft. Regie und Drehbuch (letzteres zusammen mit „Wolkenatlas“-Autor David Mitchell) stammen erneut von der Matrix-Schöpferin Lana Wachowski, die diesesmal ohne Schwester Lilly für das Projekt verantwortlich zeichnete. Vor der jeweiligen Geschlechtsumwandlung hatten die beiden noch als Wachowski-Brüder 1999 sowie 2003 die drei Teile der epochalen Filmreihe ins Kino gebracht, die Keanu Reeves als Erlöser Neo zum Star machte und mit den Gedankenspielen um virtuelle Realitäten, die Wahrhaftigkeit des Seins und Künstliche Intelligenz zum Kult wurde.

Frieden sichern

Dabei schien das Epos mit „Matrix Revolutions“ eigentlich abgeschlossen. Der Auserwählte Neo (Reeves) und sein weibliches Pendant Trinity (Carrie-Anne Moss) starben zwar im Kampf gegen die Maschinen, konnten aber die Welt der Menschen retten und den Frieden sichern. Eine neue Matrix wurde gestartet. „Matrix Resurrections“ setzt nun 20 Jahre nach diesen Ereignissen an. Neo arbeitet unter seinem bürgerlichen Namen Thomas Anderson als Spieleentwickler, der mit einer Gaming-Trilogie namens „The Matrix“ einst Erfolge einfuhr. Gemeinsam mit seinem Therapeuten (Neil Patrick Harris) versucht er seine traumatischen Episoden der Vergangenheit aufzuarbeiten, verlor er sich doch einst in dem von ihm selbst erschaffenen Universum der Matrix und konnte deren Realität nicht mehr von der Wirklichkeit trennen. Und in seinem Stammcafé beobachtet er bisweilen die aparte Tiffany (Moss), die der Trinity aus seinem Spiel so täuschend ähnlich sieht. Aber all das existiert schließlich nur in seiner gestörten Psyche. Glaubt er. Die visuelle Ausgestaltung des Films macht keinen Quantensprung trotz des zeitlichen Abstands in der Entwicklung. Aber man hält das Niveau, was bei einer Ikone auch schon eine Leistung ist. Und so können sich Kinofreunde zum Jahreswechsel mit ein wenig Nostalgie und großen Bildern aus der aktuell nicht allzu prickelnden Realität hinausimaginieren.

Matrix Resurrections

Regie Lana Wachowski

Darsteller Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Jada Pinkett Smith, Yahya Abdul-Mateen, Christina Ricci

Start 23. Dezember