„Eine freudige vorweihnachtliche Überraschung“

Wie die Kulturszene in Vorarlberg auf das Lockdown-Ende reagiert.
Wien, Bregenz Mit dem Ende des Lockdowns kann auch die Kultur wieder loslegen. Ab Sonntag, 12. Dezember, sind in Vorarlberg Indoor- und Outdoor-Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen bei 2G und FFP2-Pflicht möglich, vorausgesetzt es gibt zugewiesene Sitzplätze. Auch für Museen und Ausstellungshäuser gelten 2G und Maskenpflicht. Das Vorarlberg Museum und das Kunsthaus nehmen gleich am Sonntag den Betrieb auf.
Auch am Vorarlberger Landestheater ist bereits alles angerichtet. Nachdem Georg Büchners „Lenz“ nach einer Inszenierung von Jürgen Sarkiss während des Lockdowns nur im Netz gezeigt werden konnte, kommt das Stück am kommenden Mittwoch auch vor Publikum zur Aufführung. Bereits an diesem Sonntag wird das Familienstück „Pünktchen und Anton“ pünktlich zum Lockdown-Ende wieder aufgenommen. Am weiteren Programm für den Dezember werde noch gearbeitet. Intendantin Stephanie Gräve bezeichnet das Lockdown-Ende als eine freudige vorweihnachtliche Überraschung. „Gerade um ,Pünktchen und Anton‘ wäre es sehr schade gewesen, weil es schon von der vergangenen Spielzeit verschoben werden musste.“ Vorstellungen vor Schulklassen seien noch bis Mitte Jänner untersagt. Die Stücke „Wir reden über Polke, das sieht man doch!“ und „Bella Ciao – Remix 21“ will man nachholen.
Im Spielboden Dornbirn sind die Gefühle gemischt. „Wir können nicht auf Knopfdruck wieder aufsperren und das komplette Programm abrufen“, sagt Heike Kaufmann, Geschäftsführerin am Spielboden in Dornbirn, zu den VN. Sofort wieder aufnehmen könne man das Kinoprogramm. „Damit starten wir gleich am Dienstag.“ Ansonsten sei bis Jahresende ein reduziertes Programm vorgesehen. „Viele internationale Künstler können nicht reisen, die Situation ist noch zu unsicher.“ Daher werde man den Schwerpunkt vorerst auf österreichische Künstler legen.
Kinobetreiber Michael Wieser ist erleichtert, noch vor den umsatzstarken Feiertagen wieder öffnen zu dürfen: „Wir sind froh, dass es wieder losgehen kann, und starten voll durch mit tollen Filmen.“ Mit der 2G-Regelung könne man gut leben, genauso wie mit den übrigen Maßnahmen. Das Metrokino Bregenz will am Montag den Betrieb aufnehmen, Bludenz und Dornbirn sollen am Mittwoch folgen. Ab 17. Dezember werden laut Wieser vor-
aussichtlich alle Kinos geöffnet haben und mit Filmen wie „Spider-Man“, „West Side Story“ oder „Weihnachten im Zaubereulenwald“ Filmfreunde in ihre Häuser locken.
„Wir brauchen Kunst und Kultur“
Mirjam Steinbock, Geschäftsführerin der IG Kultur Vorarlberg, bezeichnet es als erfreulich, dass die Kulturpolitiker ihr Wort gehalten hätten und die Kultur am Sonntag ebenfalls starten könne. „Der Sektor hat bewiesen, dass die Konzepte greifen, der Umgang mit der aktuellen Lage äußerst zuverlässig ist, und letztlich brauchen die Menschen Kunst und Kultur zum Leben.“ Um Kunst und Kultur mit dem Publikum teilen zu können, bedarf es laut Steinbock aber einer Planungszeit. Aus diesem Grund würden auch nicht alle Einrichtungen sofort öffnen. „Ich denke vor allem an den semiprofessionellen Bereich, der immer wieder auf Eis gelegt wurde und nun eine Zeit brauchen wird, wieder hochzufahren.“ VN-TAS
„Der Sektor hat bewiesen, dass die Konzepte greifen und der Umgang mit der aktuellen Lage äußerst zuverlässig ist.“