Hier sind Begegnungen mit Meisterwerken möglich

Kultur / 21.11.2021 • 11:00 Uhr
Hier sind Begegnungen mit Meisterwerken möglich
Hilti Art Foundation

Neuerwerbungen und Werke der Hilti Art Foundation.

VADUZ Neben der großen Soloshow von Rivane Neuenschwander sind im Kunstmuseum und im weißen Kubus der Hilti Art Foundation zwei weitere neue Ausstellungen zu sehen.

Unter dem Titel „Köper – Geste – Raum“ zeigt letztere die Abhandlung dieser drei Themen und Motive anhand der Werke von 21 Künstlerinnen und Künstlern mit großen Namen aus der Sammlung. Die Umsetzungen in Malerei, Grafik, Fotografie und Skulptur erfolgen in zweifachem Sinn: Zum Abbildhaften gesellt sich das Konkrete, etwa als dreidimensionales Bildobjekt, wie der Farbe und Form verschmelzende gewölbte Farbraumkörper von Gotthard Graubner oder als markante physische Intervention am Bild, die den Raum öffnet, von Lucio Fontana. Den Beginn der von Uwe Wieczorek kuratierten Ausstellung und das Motto beispielhaft umreißend, markiert ein prominenter Neuzugang in der Sammlung: Ferdinand Hodlers um 1911 entstandene „Femme joyeuse (Fröhliches Weib)“, die elegant in den Raum zu schreiten scheint, den sie mit einer raumschaffenden Geste ihrer Arme öffnet. Während die Figur und das Figurative in den Werken im Untergeschoss dominieren, leiten die Werke im ersten Obergeschoss zu einer neuen Auffassung einer Malerei über, die nicht mehr, wie die Jahrhunderte davor, der illusionistischen Gegenständlichkeit und Tiefenräumlichkeit dient.

<span class="copyright">Hilti Art Foundation</span>
Hilti Art Foundation

Im obersten Raum ziehen Alberto Giacomettis skizzenhafte Darstellung eines Mannes auf einem Stuhl, die einer existenziellen Erscheinung gleichkommt, ebenso den Blick auf sich wie die grandiosen Fotografien von Thomas Struth, die mit dem Mailänder Dom und der Jerusalemer Grabeskirche architektonischen Räumen, Ritualen und Körpern gewidmet sind.

„Out of Office” heißt es schließlich in den Seitensälen des Kunstmuseums, wo zum 25-jährigen Jubiläum der Kunststiftung der VP Bank Ausschnitte aus dieser Sammlung mit dem Schwerpunkt Malerei zu sehen sind. Die Schau, die auf Gegenüberstellungen und Dialogsituationen setzt, wurde vom Kunstmuseum kuratiert. Zudem wurde die Liechtensteiner Künstlerin Hanna Roeckle eingeladen, ein Farbkonzept zu entwickeln, das analog zu ihrer modularen Arbeitsweise alles wie eine Klammer zusammenhält, bei aller Differenzierung eine schöne Einheit schafft und die Malerei gleichzeitig in den Raum wachsen lässt.

Werk von Ferdinand Hodler. <span class="copyright">Hilti Art Foundation</span>
Werk von Ferdinand Hodler. Hilti Art Foundation

Dass die von der Bank angekaufte Kunst von internationalen und auch regionalen Kunstschaffenden nicht in einem Depot verschwindet, sondern in die Arbeitswelt integriert wird, beweisen die Fotos aus den Büros, die in einer Art nachgestelltem Sitzungsraum gezeigt werden. Zu sehen sind Werke von Bruno Kaufmann, Georg Malin, Hanna Roeckle, Jürgen Partenheimer, David Reed u. a. Ariane Grabher

„Körper – Geste – Raum“ ist in der Hilti Art Foundation in Vaduz bis 28. August 2022 zu sehen, „Out of Office“ im Kunstmuseum bis 13. März 2022.